Ihr kennt das: man hat mehrere halbfertige Projekte, bei denen man auch genau weiss, was der nächste Schritt ist. Man müsste es einfach nur machen. Stattdessen brennt im Hirn irgendeine Sicherung durch und man fängt was ganz anderes an. Eigentlich … tja … eigentlich sollte die liebe Ingrid nämlich ihrer nächsten Tuchanleitung „Riverrun“ den letzten Schliff geben und sie zum Teststricken ausschreiben. Wäre auch gar nicht mehr viel zu tun, nur noch ein paar Bilder einfügen, alles nochmal gründlich lesen und schon könnte man … doch aus unerklärlichen Gründen wurde ich plötzlich von einem Häkelvirus befallen und kann mich gerade überhaupt nicht mit Stricken beschäftigen.

Obwohl ich eigentlich Häkeln gar nicht so toll finde und immer dachte, ich bin eine Strickerin, bleibt mir weg mit diesem Hakendings. Aber dann habe ich ein Dreieckstuch auf Ravelry gesehen, das es mir angetan hat, und ich musste alles liegen und stehen lassen und loshäkeln – obwohl ich Dreieckstücher eigentlich auch gar nicht so toll finde. Vielleicht stehe ich ja auch schon am Rande des Wahnsinns, wer weiss? Auf jeden Fall wird hier grade gehäkelt.

Und zwar das Tuch „Virus meets Deichspielerei“ nach einer kostenlosen Anleitung von Angie Nelson.

(c) Angela Nelson, source: Ravelry

Ist das nicht schön? Es ist eine Kombination aus zwei anderen kostenlosten Anleitungen: dem „Virustuch“ von Julia Marquardt und der „Deichspielerei“ von  Birgit Reuner. Beide Tücher für sich finde ich jetzt gar nicht so berauschend, aber die Kombination zwischen den sachlichen Streifen und dem verspielten Virus-Streifen hat irgendwie was.

Leider muss ich allerdings sagen, dass die Anleitung nicht sehr gut geschrieben ist. Einige Schritte habe ich nach ihrer Beschreibung überhaupt nicht kapiert und erst nachdem ich mir diverse Bilder von fertigen Tüchern angeschaut habe, habe ich verstanden, wie die Übergänge zwischen den beiden Mustern funktionieren.

Hinzu kommt, dass einige Mädels aus diversen Facebook-Handarbeitsgruppen sich auch in das Tuch verliebt haben und beklagen, dass es nur eine englische Anleitung gibt, also mache ich mal an eine (hofffentlich) bessere Erklärung der Übergänge auf Deutsch.

Hier ist mein leicht modifiziertes und eingedeutsches „VmD“-Tuch:

Ihr braucht für das Tuch die beiden Anleitungen der Ausgangstücher (Links siehe oben). Wer gut nach Häkelschrift arbeiten kann, kommt beim Virustuch sicher am besten mit diesem Bild zurecht.

Begonnen wird mit einer Virussequenz: Reihe 1 bis 9 nach der Häkelschrift arbeiten

9reihenvirus

Übergangsreihe zur Deichspielerei:

ab hier verwende ich rotes Garn

1 LM und 1 FM in die erste Ma, 6 FM in die nächsten 6 Ma

uberdeich01

*3LM, 3 Ma überspringen, 1 FM in den 5er-LM-Bogen der letzten Virusreihe,

uberdeich02

2 LM, 1 FM in den nächsten 5er-LM-Bogen

uberdeich03

3 LM, 3 Ma überspringen, 4 FM in die nächsten 4 Ma (das sind jeweils die mittleren 4 Ma der Stäbchenblöcke*

uberdeich04

von * bis * bis zur Mitte des Tuchs wiederholen

3 LM, 3 Ma überspringen, 1 Stb in die Lücke zwischen die beiden 10er-Stäbchenblocks, 3 LM, 3 Ma auslassen, 4 FM in die nächsten 4 Ma (das sind jeweils die mittleren 4 Ma der Stäbchenblöcke)

uberdeich06

Dann wieder von * bis * wiederholen bis zum letzten Virus-Stäbchenblock, 7 FM, wenden

Dann folgt die erste Reihe der Deichspielerei:

3 LM (anstelle des ersten Stäbchens), 2 weitere Stb in dieselbe Masche arbeiten

deich01

6 Stb *3 Stb in den 3er-LM-Bogen, 1 Stb in die FM, 2 Stb in den 2er-LM-Bogen, 1 Stb in die FM, 3 Stb in den 3er-LM-Bogen, 4 Stb in die 4 FM*

deich02

von * bis * bis zur Mitte des Tuchs wiederholen

4 Stb in den ersten 3er-LM-Bogen, 2 LM, 4 Stb. in den zweiten 3er-Bogen, 4 Stb in die 4 FM

deich03

Dann wieder * bis * bis zum Ende – 4 Stb und 3 Stb in die letzte Ma der 7 FM.

Dann mit Reihe 2-6 der Deichspielerei weitermachen und Reihe 1 bis 6 nochmals wiederholen (ihr endet mit einer Filetreihe, also Stb, LM, Stb, LM usw.)

Hier ist das Ende der Deichspielerei erreicht, ihr seht die beiden Filetreihen am oberen Rand.

filetreihe

Übergang zur nächsten Virussequenz:

Fahrt fort mit Reihe 4 des Virustuchs:

3 LM (= erstes Stb), 10 LM * (ein Filetkästchen auslasssen, 5 LM) 3mal, ein Filetkästchen auslassen, 10 LM *

ubervirus

von * bis * bis zu Mitte des Tuchs arbeiten

ein Filetkästchen auslassen, 10 LM, 1 Stb in die mittleren 2 LM, 10 LM, ein Filetkästchen auslassen

Dann wieder von * bis * bis zum Ende des Tuchs

Das Virusmuster wird 2 mal komplett gearbeitet (Reihen 4 bis 7) und zum Abschluss noch einmal die Reihen 4 und 5, dann geht es wieder los mit der Übergangsreihe zur Deichspielerei.

Wiederholen, bis das Tuch die gewünschte Grösse hat und/oder die Wolle alle ist 🙂

Hier ist der Status meines VmD (die weiss-rote Version war nur für die Fotos, da ich mit dem tatsächlichen Tuch schon weiter war). Das Garn ist Papatya Batik, ein flauschiges, dünnes Garn mit einem schönen langen Farbverlauf. Habe allerdings nur ein Knäuel mit etwas mehr als 500 m, bin mal gespannt, wie weit es reicht.

vmd

Falls ihr euch gefragt habt, warum es hier so lange so ruhig war – ich war leise im Hintergrund beschäftigt. Seit etwa zwei Jahren spiele ich schon mit dem Gedanken, mich als Strickdesignerin zu versuchen und Anfang 2016 war die Entscheidung gefallen: ich mache das!

Und ab dem Zeitpunkt habe ich mich dann wirklich ernsthaft damit auseinandergesetzt, habe einige Modelle entworfen, gestrickt, getrennt, neu gestrickt, Anleitungen geschrieben, wieder verworfen, mir Namen überlegt, Logos gemalt, Blogdesigns ausprobiert,  … und schnell gemerkt: das artet in echte Arbeit aus. Allerdings eine Arbeit, die sehr viel Spass gemacht hat und nun bin ich endlich soweit, dass ich an den Start gehen kann.

Seit dem Wochenende ist mein Designerblog lanacabana.de online und seit einigen Wochen gibt es auch schon mein erstes Design, das Sommertuch Submarine in meinem Ravelry-Store. Weitere Tücher sind bereits in Planung, eines wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Tücher? Echt jetzt? Ja ich weiss, das ist nicht ganz mein übliches Beuteschema, aber Tücher machen eben Spass zu stricken und zu entwerfen und man muss sich nich soviele Gedanken um die Passform machen, daher war es für mich ein idealer Einstieg, bevor ich mich an meine wirkliche Herzensangelegenheit wage.

Denn meine grosse Liebe sind natürlich Vintage-Pullover, Strickjacken und Accessoires und das soll auch der Schwerpunkt meiner Designs werden. Ich will mich an originalen Vorlagen orientieren und Anleitungen für ein breites Grössenspektrum schreiben. Die meisten alten Anleitungen sind ja leider nur in einer einzigen Grösse erhältlich und ich möchte schöne Vintage-Stricksachen auch den üppigeren Damen zugänglich machen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die richtig pfiffigen Designs in grossen Grössen eher selten sind und ich hoffe, ich kann hier Abhilfe schaffen.

Mein ersten Pullöverchen Serenity habe ich im Sommerurlaub fertiggestellt und auch gleich ausgeführt. Dazu trage ich ein Paar weite Shorts, die ich vor dem Urlaub schnell noch zusammengetackert habe. Dafür habe ich den Schnitt für die Boxershorts meines lieben Prinzen etwas verlängert und nach unten aufgedreht, dass eher eine Art Culottes draus wurde. Oben ist einfach ein Gummizug drin. Super easy, schnell genäht und sehr bequem. Im Urlaub kann man ja ausnahmsweise auch mal etwas Sonne an die Beine lassen, auch wenn diese nicht mehr so hübsch wie früher sind.

Serenity

Serenity ist aus dünnem Merinogarn (DROPS Baby Merino) und ich habe in der Abendsonne an der Costa Brava nicht schlecht geschwitzt,  daher auch der süss-saure Gesichtsausdruck. Für den Hochsommer ist sie dann doch etwas zu warm, aber in den kommenden Herbsttagen wird sich hoffentlich viel Gelegenheit bieten, meine neue Schönheit auszführen, sie sieht auch zu langen Hosen gut aus (das war übrigens NOCH wärmer!).

serenity_blanes_03

Pate für Serenity stand dieses Modell aus der Autralian Women’s Weekly von 1935, sie besteht also auch locker jeden Authentizitätstest 🙂

jennifer

Derzeit bin ich übrigens noch auf der Suche nach lieben und geduldigen Teststrickerinnen für die Serenity in einigen Grössen. Falls jemand Lust auf einen Teststrick hat meldet euch einfach in meiner frisch eröffneten Ravelry-Gruppe. Die Anleitung gibt es derzeit nur auf Englisch, Übersetzung ist in Planung, aber das wird noch ein paar Tage – äh, Wochen – dauern. Ich finde es irgendwie einfacher, das ganze in Englisch zu schreiben, gerade bei Strickanleitungen kann man sich in Englisch so wunderbar klar und eindeutig ausdrücken, das gelingt mir auf Deutsch leider nicht so gut. Aber ich werde mein Bestes geben.

Und nun gehe ich mal schauen, was die anderen Damen heute am Me-Made-Mittwoch so zeigen …

Hallo liebe Leser, falls noch einge von euch übrig sind 😀

Lange Zeit hat sich hier nichts getan und ich hatte tatsächlich bereits einen Post verfasst, dass ich den Blog schliessen werde – aber ich habe es doch nicht übers Herz gebracht, ich hänge zu sehr an dem Blog um ihn einfach so aufzugeben und ich habe beschlossen, mir mal einen Tritt zu verpassen und hier wieder etwas aktiver zu werden.

Tatsache ist, dass ich in den vergangenen Monaten nicht viel genäht habe. Zum einen brauche ich nicht mehr so viele neue Klamotten, da ich ja die meiste Zeit im Home Office arbeite und zum anderen hatte ich in der letzten Zeit einfach nicht mehr so viel Freude an meinem Hobby . 1 und es soll ja schliesslich Spass machen. Versteht mich nicht falsch, ich habe das Nähen nicht ganz aufgegeben, ich betrachte das als eine vorübergehende motivationslose Phase, denn so ein paar Ideen habe ich schon noch im Kopf, die ich in diesem Jahr umsetzen will.

Dafür habe ich mich aber sehr intensiv meinem bisherigen Hobby Nr. 2 zugewandt: dem Stricken. Das möchte ich zur Zeit am liebsten den ganzen Tag machen, es kribbelt ständig in meinem Fingern und im Kopf wirbeln die Ideen nur so durcheinander.

Und ich habe einen Plan. Einen großen Plan. Einen derzeit noch geheimen Plan, da ich noch einiges vorbereiten muss, aber sobald das Ganze ausgereift ist, werdet ihr davon erfahren.

Heute zeige ich euch erstmal eines meiner letzten Strickwerke: die Hoodie-Jacke Fickle Heart von Justyna Lorkowska.  Nachdem es diese Woche wieder geschneit hat, bin ich sehr froh, dass ich mich mit diesem kuscheligen Teilchen wärmen kann.

Gestrickt aus DROPS Nepal in dem wunderschönen Himbeerrot 8910.

 

Ich habe die Jacke ein bisschen abgewandelt: Justyna hat eine glatt rechts gestrickte Kapuze vorgesehen, aber ich fand, dass die zu viel von dem tollen Zopfmuster verdeckt, wenn sie nicht aufgesetzt ist, also habe ich das Muster in der Kapuze fortgesetzt.

Ausserdem habe ich noch eine kleine Borte an der Knopfleiste eingefügt, da ich Angst hatte, dass die Jacke zu eng wird. Hat sich allerdings als unbegründet herausgestellt, sie hätte auch so gepasst.

Zugegeben, die Jacke ist nicht gerade ein Super-Schlankmacher, aber ich liebe sie trotzdem. Sie ist kuschelig warm, bequem und … rosa! Was kann an Rosa schlecht sein?

Hier gehts zu meiner Fickle-Heart-Projektseite auf Ravelry

Und hier könnt ihr sehen, was sonst noch im MMM heute los ist.

Ich schulde euch noch Tragefotos und ein paar Details zu meiner Minetta:

I still owe you some pictures and details to my Minetta, here we go:

Anleitung / Pattern: Minetta, Kirsten Kapur (Knitty, Winter 2014)

Maschenprobe / Gauge: 21 sts = 10 cm

Grösse / Size M

Garn / Yarn: Drops Lima, grey blue, 11 Knäuel / skeins

Ich habe vergessen, die Nadelstärke aufzuschreiben, buhu! Aber ich glaube, es waren 4.5 mm

I forgot to make a note of the needle size – boohoo. But I think it was 4.5 mm

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Wenn man genau hinschaut sieht man, dass ich die Ärmelbündchen hochgekrempelt habe – ja, ich habe die Ärmel etwas zu lang gestrickt. Aber da sie ja von oben nach unten gearbeitet sind, ist das leicht zu beheben. Einfach das Bündchen und ein paar cm vom Ärmel aufribbeln und wieder ein Bündchen anstricken. Ich bin am überlegen, ob ich auch in der Taille ein paar cm kürzen sollte, was meint ihr?

If you look closely you’ll see that I turned up the ribbing at the sleeves – yes, the sleeves are too long. Since they are knitted top-down, it can easily be fixed, I’ll simply rip off a few centimeters and re-knit the ribbing. I am thinking about shortening the bodice a little bit as well, what you think?

 

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Ich mag die Passform. Die Jacke sitzt nicht so eng wie meine üblichen 194oer-Pullover, aber sie ist erstens eher sportlich und wird meistens zur Jeans getragen und zweitens dafür gedacht, über andern Sachen getragen zu werden, also passt das so.

I am happy with the fit. It is not as close fitted as my usual  1940ies sweaters, but the cardi is intended to be worn over a blouse or shirt, so this is ok.

 

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Bitte die grünen Schuhe ignorieren 🙂 – don’t look at the green shoes.

Fazit: eine tolle Anleitung, sehr leicht verständlich und gut geschrieben. Das Lima-Garn ist ebenfalls super, lässt sich gut verarbeiten, ergibt ein sauberes Strickbild und bisher kann ich noch kein übermässiges Pillen feststellen, obwohl ich die Jacke in den letzten Wochen recht oft getragen habe.

Conclusion: a great pattern, well and clearly written. The Lima yarn is also great, is is nice to work with, gives a neat fabric and up to now I did not notice any pilling and I have worn the cardi quite often in the last weeks.

Seit März habt ihr keine Bilder mehr von mir gesehen und ich habe kaum übers Nähen geschrieben. 2014 war ein turbulentes Jahr, es sind viele Dinge passiert und davon  nur wenige positiv. Das hat sich ein bisschen auf meine Motivation niedergeschlagen, ich habe nicht ganz so viel gemacht, wie ich mir vorgenommen habe und hatte oft überhaupt keinen Antrieb zu nähen und schon gar nicht zu bloggen.

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In den Vintage-Gruppen auf Ravelry wird ein Loblied gesungen auf das Garn „Supersoft“ von Holst – es käme der alten 2-ply-Wolle mit der in den 40ern viel gestrickt wurde sehr nahe. Da ich ja neugierig (und wollgierig) bin, musste ich natürlich gleich mal gucken. Diese dänischen Garne bekommt man in Deutschland z.B. hier.

In Ravelry’s vintage knitting groups, people are singing the praises of „Supersoft“, a yarn by the Danish company Holst. It is supposedly very close to the vintage 2-ply yarns that were used in the 1940ies. And because I am curious and addicted to yarn, I had to take a look. In Germany you can buy the Holst yarns here among others.

Und schon auf der Website war ich von der Farbauswahl schier überwältigt – unglaubliche vierundachtzig Farbtöne gibt es von der Supersoft!

Looking at the website I was overwhelmed by the many colours – Supersoft comes in 84 shades – wow!

Die Bewertung des Garns auf Ravelry sind sehr unterschiedlich, es gibt Leute, die total begeistert sind und andere klagen, dass man beim Stricken bunte Finger bekommt und dass das Garn leicht reisst. Zwiespältig also, da hilft nur selber testen.

The ratings of the yarn on Ravelry are rather varied – some people are ecstatic, others complain about the colour staining the fingers while knitting and that the yarn is breaking easily. So, if I wanted to know for sure, I had to test the yarn for myself, right?

Ich habe mir das Starterpaket bestellt: eine Farbmusterkarte, die zuerst per Brief kommt und mit der darf man sich dann 4 Knäuel aussuchen, die per Paket nachgeliefert werden. Als die Farbmuster kamen, war ich erstmal erschlagen und musste das ganze ein paar Tage liegen lassen bevor ich mich entscheiden konnte, denn ich hätte auf Anhieb bestimmt 15 Farben direkt bestellen können. Sonst wird immer geklagt, dass es nie den perfekten Farbton gibt, und hier hat man nun endlich reichlich Auswahl und dann ist es auch wieder nicht recht, weil man sich nicht entscheiden kann.

I ordered a starterkit: first you get the colour sample cards by mail and then you pick 4 skeins which are send by parcel. When the colour cards arrived I was completely steamrolled. I had to let them sit for a few days and still I found at least 15 shades I wanted to order immediately. All the time we are complaining about not finding this particular shade of yarn we have in mind and here I have a plethora of choices and complain again because I am unable to decide.

IMG_20141211_124044Eigentlich wollte ich stark bleiben, und nur Garn für EIN Projekt bestellen, aber andererseits … naja, es ging aus wie immer und es wurden dann doch neun Knäuel anstelle von vier, aber ich bin dennoch sehr stolz auf meine Zurückhaltung.

I really wanted to be strong and only order yarn for ONE project but … well, you know … I picked yarn for 2 projects and ordered 9 skeins instead of four but I am still really proud of my restraint.

Bestellt habe ich nun 1 Knäuel Iced und 4 Knäuel Sapphire für einen winterlichen Schneeflocken und/oder Rentier-Pullover und 4 Knäuel der ganz dunklen Violetttons Purple Haze (sozusagen das Schwarz für den Sommertyp), was das werden soll, weiss ich noch nicht genau. Ich leihe mir hier die Bilder von der Website, mit meiner Kamera kann ich die Farben leider gar nicht wiedergeben.

I ordered one skein of Iced and 4 skeins Sapphire for a wintery sowflake and/or reindeer sweater and 4 skeins of the very dark Purple Haze (which is a sort of black for the summer type). I have not decided what to make of those yet. I am borrowing the pictures form the website of strickideen.de, I cannot take pictures that show the colours correctly with my camera.

 

Die Supersoft hat eine Lauflänge von 288 Meter auf 50 Gramm daher kommt man mit sehr wenig Garn aus. Beim Waschen plustert sich die Wolle noch etwas auf und wird weicher – einige schreiben, sie sei sehr kratzig, aber ich trage ja sogar Alpaka-Pullis direkt auf der Haut, das kann mich nicht schrecken.

The Supersoft yarn runs 288 meters per 50 g skeins so one can make do with rather little yarn. It is said to fluff up and get softer after washing and some people say it is scratchy. But I can even wear alpaca sweaters next to my skin, so I am not worried about that.

Das Purple Haze ist erst wieder in 4-6 Wochen lieferbar und da ich nicht zweimal Versandkosten zahlen wollte, muss ich mich noch ein bisschen gedulden, ehe mein neues Spielzeug eintrifft. Aber es besteht keine Gefahr, dass mir zwischenzeitlich das Garn ausgeht, mein Lager ist nach wie vor prall gefüllt, obwohl ich fleissig am Nadeln bin.

Purple Haze unfortunately is not available for the next 4 – 6 weeks and I didn’t want to pay double shipping costs so I’ll have to wait a little longer for my new toys, but there is no danger of running short on yarn, my stash is still abundant even though I am knitting busily.

Als erstes müssen wir natürlich rausfinden, wieviele Maschen wegmüssen. Dazu misst man die eigene Schulterbreite (am besten mti einem freundlichen Helferlein) und zieht den Betrag von der Weite des Strickstücks unterhalb des Armausschnittes auf. Dann noch multiplizieren mit der Maschenprobe und durch zwei teilen: das ist die Anzahl Maschen, die wir auf jeder Seite loswerden müssen.

At first we need to find out, how many stitches we have to get rid of. Measure your shoulder width and deduct the value from the width of the garment underneath the start of the armholes. Multiply with stitch gauge and divide by two. This is the number of stitches we have to decrease on one side.

Zur Berechnung der Armlöcher bei Strickstücken gibt es mehrere Methoden. Der klassische Weg, den man oft in Vintage-Anleitungen findet, ist der „lineare“: eine bestimmte Anzahl Maschen abketten, die restlichen, die weg müssen, gleichmässig verteilt über eine bestimmte Strecke abnehmen.

For calculating an armhole, there are various methods. The classical approach, which I call „linear“ is often seen in vintage patterns. Here, a certain amount of stitches is bound off at the beginning and the rest is decreases evenly.

variante 1Das funktioniert bei kleinen Grössen und geringem Brustumfang in der Regel ganz gut. Bei den grösseren Grössen werden oft die Masse prozentual hochgerechnet, aber in Wirklichkeit verändert sich die Schulterbreite viel weniger, als z.B. das Mass für die Oberweite.

This is working very well for smaller sizes and smaller busts. However, in larger sizes the measurements are often grossed up percentally which leads to a larger bust measurement and a larger shoulder measurement.However, in reality the shoulder measurement remains almost the same, also for the bigger sizes.

large bust problemDas bedeutet, dass man hier wesentlich mehr Maschen loswerden muss, um auf die Schulterbreite zu kommen. Wenn man die lineare Methode anwendet, hat man am Armansatz zuviel „Stoff“ und es bilden sich unschöne Falten. insbesondere, da viele kräftigere Damen an dieser Stelle ein kleines Speckpölsterchen haben, welches dadurch noch unvorteilhaft betont wird.

This means, that more stitches have to be decreased to achieve the correct shoulder width. If you use the linear method, you’ll end up with too much „fabric“ between arm and body. And since especially the bigger girls among us are sporting nice little love handles in that area the fit will be very unflattering if you choose this method.

Etwas besser funktioniert die Methode, die Abnahmen in vier Teile aufzuteilen, wie Tichiro sie hier beschreibt:

A somewhat better method is, to break down the decreases in 4 parts, as described here (in German) by knitting blogger Tichiro.

  • 1/3 (abgerundet) abketten / bind off 1/3 (rounded down)
  • 1/3 (aufgerundet) in jeder Reihe abnehmen / decrease 1/3 (rounded up) in every row
  • 1/6 (aufgerundet) in jeder 2. Reihe abnehmen / decrease 1/6 (rounded up) in every other row
  • Rest in jeder 4. Reihe abnehmen. / decrease the rest in every 4th row.

4er-MethodeDirekt unter dem Arm ist der Verlauf hier besser, dafür verlagert sich das Geboller etwas weiter nach oben. Auch hier ist die Abnahmekurve für die Big Girls also insgesamt zu steil. Der Stoffwulst am Armansatz ist zwar kleiner, aber immer noch vorhanden.

Directly underneath the arm the curve of the armhole is better, but the bulk problem is relocated a little bit upwards. The decrease slope is still too steep for us big girls, because the bunch of fabric will still be there, albeit smaller.

In diesem Sommer habe ich noch eine dritte Berechnungsmethode kennengelernt, die Faina Goberstein in ihrem Craftsy-Kurs angewendet hat. Sie kettet fast alle Maschen ab und zwar stufenweise:

This summer I learned a third way of calculating the armhole in the craftsy class of Faina Goberstein. She is binding off two thirds of the stitches in a staggered way:

Die erste Abkettstufe ist wie bei der vorherigen Methode 1/3 der gesamten Maschen, die weg müssen, allerdings aufgerundet.

The first bind-off is similar to all other methods: 1/3 of the stitches are bound off, albeit rounded up here instead of rounde down as in the other methods.

Bei der zweiten Stufe kettet man je nach Maschenprobe 3 oder 4 Maschen ab. Bei den grossen Grössen wiederholt man diese Stufe eventuell ein- oder zweimal.

The second step is to bind off 3 or 4 stitches at a time – depending on the stitch gauge. For larger sizes, this step can be repeated once or even twice.

Bei der dritten Stufe wird immer noch abgekettet, allerdings nur noch 2 oder 3 Maschen auf einmal. Auch diese Stufe kann wiederholt werden.

In the third step you bind off 2 or 3 stitches at a time. This step can be repeated as well.

Die restlichen Maschen werden dann abgenommen, immer eine Masche am Anfang der Reihe, bis die gewünschte Schulterbreite erreicht ist.

The remaining stitches are decreased at the beginning of the rows (meaning a decrease in every other row).

Eine genaue Regel, wieviele Maschen pro Reihe und wie oft bei der 2. und 3. Stufe jeweils abgekettet wird, gibt es nicht, man schaut sich an, wieviele Maschen weg müssen und legt das dann entsprechend fest. Die letzte Abnahmestufe (1 Ma in jeder 2. Reihe) ist auch wieder ein Drittel der Gesamtmaschen, diesmal abgerundet und die übrigen Maschen werden auf die 2. und 3. Stufe verteilt.

There is no magic formula which tells you how many stitches to bind off in steps 2 and 3 and how often to repeat the bind-offs. The last step (the decreases) are again one third of the total numer, this time rounded down. The remaining stitches are distributed between steps 2 and 3.

armholeBei dieser Methode ist die Abnahmekurve wesentlich flacher, d.h. die Maschen werden schneller abgenommen als bei den anderen Methoden und für mich persönlich eignet sich diese Variante am besten. Die drei Teile, die ich bisher nach dieser Anleitung gearbeitet habe, sitzen bei mir sehr gut, der Armausschnitt passt sich genau meinem Körper an.Da nur in jeder 2 Reihe Abnahmen erfolgen, entstehen kleine „Stufen“ am Armausschnitt, aber mal ehrlich: wen stört das? Die verschwinden beim Einnähen des Ärmels ohnehin.

This method results in a shallow slope, the stitches are decreased much faster than with the other methods. For my body shape this method works best. I knitted three tops with that methods and the fit is very good. Since the decreases / bind offs are only in every other row, there are little „steps“ visible at the edge, but who cares? They are disappearing once you set in the sleeve.

Nach der Faina-Methode habe ich nun also den Armausschnitt meiner Girl Friday-Jacke berechnet und bin sehr zufrieden. Die Schulter schön schmal, der Armausschnitt genau so gross, wie er sein soll und an der Brust ist die Jacke nicht zu eng. Und ich kann euch verraten, dass ich auf jeder Seite 8 Maschen mehr abgenommen habe, als in der Anleitung angegeben, das ist bei einer Maschenprobe von 17 Ma auf 10 cm eine ganze Menge.

I calculated the armhole of the Girl Friday Cardigan according to Faina’s method and I am very pleased with the result  – sorry no pics yet, but coming soon. The shoulder seam is sitting exactly in the place where my real shoulder is, the armholes are exactly the size I need and the cardi is wide enough around the bust. And I have you know that I decreased 8 stitches more on each side than was demanded in the instructions – that’s quite a lot at a gauge of 17 sts per 4 inches.

Der Nachteil wenn man neue Armlöcher berechnet liegt auf der Hand: die Armkugel passt dann auch nicht mehr. Und diese ist nicht ganz so einfach zu berechnen. Wenn man dazu zu faul ist, wie ich beim Girl Friday Cardi, dann könnte man zum Beispiel einmal eingestrickte Ärmel ausprobieren, wie Tasha auf ihrem Blog By Gum, By Golly hier ausführlich und sehr anschaulich beschreibt. An dieser Stelle schicke ich mal wieder ein herzliches Dankeschön an Tasha über den grossen Teich, ihre Tutorials sind wirklich einsame Spitze, reich bebildert und gut verständlich, sie macht sich immer sehr viel Arbeit.

So, this is great, right? The only down side is that one has to calculate a new sleeve cap as well, because the one from the instructions will no longer fit. But I was too lazy to do even more calculations so I decided to test knit-in sleeves. Tasha has an excellent tutorial on her blog By Gum by Golly which I wanted to test for quite some time. I said this before, but once again, thank you, Tasha for your great tutorials and all the work you put into your blog.

Der Trick an der Armkugel sind die verkürzten Reihen, dadurch erhält der Ärmel oben die notwendige Weite. Wenn man ein Muster strickt, ist es manchmal ein bisschen fisselig die verkürzten Reihen zu arbeiten, wenn z.B. gerade eine Umschlag kommt, oder Maschen zusammengestrickt werden müssten, aber in dem Fall geht man einfach eine Masche weiter oder macht die von der Vorrunde nochmal – irgendwie geht es am Ende dann doch immer.

The trick is to produce the necessary width for the sleevecap with short rows. It is a little bit tricky if you have to follow a stitch pattern, you have to fiddle around where to start and end the short row if you need to make a yarnover or knit 2 together, but somehow it all works out in the end.

Ich habe diese Methode beim Girl Friday das erste Mal ausprobiert und bin ziemlich angetan, denn zusätzlich erspart man sich auch noch das mühsame Einpassen und Einnähen der Ärmel und hat einen schönen Ansatz. Einfach perfekt für glatt angesetzte Ärmel. Meine geliebten Puffärmel gehen mit der Methode allerdings wohl nicht, oder habt ihr da eine geniale Idee?

I tested the method on my Girl Friday Cardi and I am very happy with the result. On top of the „no math“-benefit, you also spare yourself the sometimes tedious setting in of the sleeve and you have nice transition from bodice to sleeve. Only my beloved puff sleeve will probably be not feasible with this technique. Unless somebody has some ingenious idea. No?

So, alles was jetzt noch fehlt sind ein paar Bilder von meiner exzellent passenden Girl-Friday Jacke und die folgen, sobald das gute Stück endgültig fertig ist. Ich muss noch die Fäden verwahren, und Knöpfe annähen und dann wird sie noch gewaschen und in Form gebracht.

So, the only missing thing here is pictures showing the excellent fit of my Girl Friday Cardi and I’ll make these once the thing is completed. Only a few loose ends to weave in, buttons to sew on and washing and blocking, them I’m done.

An der Nähmaschine läuft leider immer noch nichts – immer noch Küchenkram und langweilige Haushaltsverrichtungen – schwupp, ist das Wochenende wieder um. Langsam zweifle ich, ob ich dieses Jahr überhaupt noch was hinkriege.

Still no time to sew because the new kitchen and boring household chores are keeping me busy. I am starting to doubt that I will manage to sew something before the year is over.

Aber egal, Stricken geht immer. Bei DROPS war (und ist) mal wieder Sale und ich bin vorhersehbarerweise schwach geworden. Schon länger wollte ich mal was aus etwas dickerem Garn stricken und ich habe mir die DROPS Nepal in dem schönen Graulila (Pfälzer Leberwurst) gegönnt. Um das schlechte Gewissen zu beruhigen, habe ich sie auch gleich verstrickt.

But never mind, there is always time for knitting. DROPS Garnstudio had (and still has) another alpaca sale and predictably I could not resist. I wanted to knit something from a chunky yarn for some time now and so I bought DROPS Nepal  in the lovely colour of grey purple. To soothe my conscience and because I don’t have any storage space left, I started a project right away.

Nach den ganzen Rechnereien für mein Heartsaver-Design wollte ich etwas schnelles, einfaches. Eine fertige Anleitung, die ich einfach so runterstricken kann, ohne nachzudenken. Und meine Wahl fiel auf den Girl Friday Cardigan aus der knitty.

After all the calculations for my Heartsaver design I wanted a no-brainer, a nice pattern that I could knit straight off the instructions without thinking. An I chose the Girl Friday Cardigan from knitty.

Ausnahmsweise hatte ich diesmal die perfekte Maschenprobe von 17 Ma auf 10 cm, konnte also sofort loslegen. Ich wollte die Jacke nicht ganz so lang machen, da ich sie zu Kleidern tragen will. Sie wird einfach gerade hochgestrickt, also ist das ja überhaupt kein Problem.

I had the perfect gauge of 17 sts per 10 cm, so I could cast on right away. I didn’t want the cardi so be so long, because I want to wear it with dresses so it shouldn’t go down any further than the waist. There is no shaping below the armholes, so that is no problem at all.

Das Muster ist einfach und strickt sich wunderbar und mit 5 mm-Nadeln kommt man rasend schnell voran. Die Umstellung von den 3 mm-Nadeln des vorigen Projektes war allerdings etwas schwierig. Am Anfang hatte ich wirklich das Gefühl, ich stricke mit Zaunpfählen.

The stitch pattern is easy and fun to knit and with the chunky 5 mm-needles the pieces are growing very fast. The only strange thing was to switch from the 3 mm-needles of my last projects, it felt like I was knitting with fence posts for the first few inches.

IMG_20141111_124231Während ich mich entspannt zum Armloch vorarbeitete habe ich mir viele Bilder von der Jacke und auch von anderen Modellen auf Ravelry angeschaut und es ist mir aufgefallen, dass der grösste Teil der Strickstücke im Schulterbereich einfach nicht richtig sitzt.

While I was working my way up to the armholes I looked at many pictures of that cardi and others on Ravelry and I noticed that the majority of knitwear is not fitting well in the shoulder area.

Während die meisten Designer viel Wert auf Taillenshaping und Schulterschrägung legen, wird die SchulterBREITE anscheinend total ignoriert oder es wird mit falschen Massen gearbeitet. In den seltensten Fällen sitzt die Schulternaht da, wo auch die natürliche Schulter ist, meist hängt sie irgendwo auf dem halben Weg zum Ellenbogen.

While most designers attach a lot of importance on waist shaping and shoulder slopes, the shoulder WIDTH is obviously ignored completely, or they use wrong measurements for their calculations. The shoulder seam rarely sits at the spot of the natural shoulder, mostly you find it halfway down to the elbow.

Hier mal ein paar Beispiele der Girl Friday-Jacke: Schon bei den Bildern in der Anleitung kann man sehen, dass die Schulter nicht richtig sitzt.

Here are a few examples of the Girl Friday Cardi. You can already see on the pictures in the instructions that the shoulder seam is in the wrong place.

schulter3und das bildet sich auch bei den nachgestrickten Jacken genauso ab.

and consequently, this also shows in the cardis others have knitted from the instructions.

schulter2schulter1Aber auch andere Designs sind nicht so toll im Schulterbereich, hier z.B. DROPS 101-19 im Original.

Other designs are lacking a proper shoulder fit as well, like  DROPS 101-19 . Original design:

schulter6Und nachgestrickt / knitted by others

schulter5Oder Armande von Andi Satterlund im Original

SCHULTER8nachgestrickt / made by others

schulter4Bitte beachten: das sind nur Beispiele, die ich auf die Schnelle gefunden habe, ich will hier keine Designer anprangern, dieses Phänomen findet man bei ganz vielen modernen Anleitungen, die auf Figur geschnitten sind. In vielen Fällen sind auch die Ärmel am Oberarm zu eng, irgendwie wird also das Armloch nicht korrekt berechnet.

Please not: these are only examples. I do not want to expose any designers, this phenomenon is widely spread if you look at modern patterns of garments with a close fit. In many cases the upper arm circumference is also too small, so I suppose that the calculation of the armholes are somehow not correct.

Im Gegensatz dazu ein paar Beispiele von Vintage-Strickanleitungen:

For comparison a few vintage patterns:

Je mehr Strickstücke ich anschaute, umsomehr entwickelte ich eine kleine Schulter-Besessenheit und plötzlich gefiel mir irgendwie gar nichts mehr, kennt ihr das? Plötzlich sah ich nur noch Hängeschultern …

The longer I looked at stuff on Ravelry, the more obsessed I became. All of a sudden, I saw drooping shoulder seams everwhere …

Ich gebe zu, dass es nicht einfach ist, die korrekte Schulterbreite zu stricken, wenn man am Armausschnitt einen kompletten Mustersatz haben will, insbesondere wenn man breite Mustersätze hat oder mit dickem Garn strickt, aber mir ist die Passform einfach wichtiger.

I admit that it is not easy to knit the correct shoulder width if you want to stay in pattern, especialy if you have a wide stitch pattern repeat or a large gauge, but the fit is more important to me than having a complete pattern repeat at the armhole.

Kurz und gut: ich wollte meine Jacke dann doch nicht mehr einfach so abstricken wie in der Anleitung und habe die Armlöcher neu berechnet. Mal sehen, ob ich das nicht besser kann, schliesslich will ich doch Designerin werden :-).

To cut a long story short: I didn’t want to knit the cardi exactly off the instructions any longer, so I recalculated the armholes. Let’s see if I can’t do better, I want to be a designer after all.

Damit der Post hier nicht zu lang wird, beschreibe ich euch meine Berechnungsmethode morgen und verrate euch, wie ihr euch um die Neuberechnung der Armkugel herumdrücken könnt 😉 .

To keep this post at a digestible volume, I’ll describe my method of calculation in detail tomorrow and I’ll also give you a hint on how to avoid calculation a new sleeve cap.

I am making some progress on my first knitwear design. As I already wrote (in German) some days ago, the design is going to look something like this. acorn3I made a few swatches with different yarns and  have decided on a very nice yarn for it: Garnstudio DROPS Cotton Merino.

Cotton Merino

It gives a clear pattern showing off all the details and it is super soft. I am curious how the longtime performance is going to be. Since it contains a large percentage (48%) of cotton, I am especially interested whether it is going to maintain its elasticity after a few washes. I hope that it will be more comfortable to wear on warmer days than the pure wool yarns.

The yarn is available worldwide, it is reasonably priced and it comes in many lovely colours, so I think it will be a good choice for my pattern. Of course you could also substitute the yarn if you would like to use something else.

The manufacturer recommends needle size 4.0 mm (US 6, UK 8), but I am working with 3.0 mm on the main pattern and 2.5 mm on the ribbing. I am not fond of loosely knitted floppy fabric and if you look at real vintage knitwear, you’ll see that it is worked much denser than what we are used to today. The fabric is still soft and has sufficient stretch, though.

And I have finished the calculations for the back and have written the first draft of the pattern instructions. It’s really going to be a multi-size pattern – yay! I am a bit impressed with myself here 🙂

The next step will be to calculate the front – not a big deal since it is very similar to the back. And finally I’ll have to tackle the puff sleeves – I am not looking forward to that, puff sleeves are tricky. But one step at a time.

Right now I am working on the back of the sample sweater in my size and here is the present status  I started last Friday, so I am making good progress.

2014-09-24_12-10-17

And isn’t this a lovely transition from ribbing to pattern? I decided to make an irregular ribbing pattern (k4, p2, k2, p2) to get the ribs to „melt“ into the pattern and I am aiming for a similar effect on the yoke, maybe k4, p6 … this will be decided once I get there.

2014-09-24_12-11-28By the way: my first pattern will be available free of charge – I want lots of test knitters and lots of feedback once it is finished to see if I am on the right way.

… ein echter Designer SEIN hingegen sehr.

Vor einiger Zeit hatte ich ja mal vollmundig angekündigt, eigene Anleitungen für Gestricktes herausbringen zu wollen. Mittlerweile muss ich mir selber eingestehen, dass ich das Thema erheblich unterschätzt habe. Nur weil man leidlich gut stricken kann und in der Lage ist, die benötigte Maschenzahl für Oberweite XY auszurechnen, kann man noch lange keine vernünftige Anleitung schreiben.

Dazu kam noch, dass ich für mein erstes Modell dummerweise ein Garn gewählt habe, das mittlerweile nicht mehr produziert wird, was sich erst herausstellte, als der Pulli schon fast fertig war. Dass ich auch noch ZU WENIG davon hatte und am ursprünglichen Design herumdoktern musste, damit ich mit dem Garn auskam, war auch nicht gerade hilfreich.

Also alles zurück auf Anfang – gehe nicht über Los, ziehe keine 4000 Euro ein. 🙁

Zufällig ergab es sich im August, dass Craftsy eine grosse Rabattaktion für alle Online-Kurse zu Thema Stricken anbot und drei davon haben mein Möchtegern-Designer-Herz angesprochen und ich habe sie direkt belegt:

„Sizing Knitwear Patterns“ mit Faina Goberstein

Gemeinsam mit Faina erstellt man hier eine Excel-Datei mit allen Berechnung für gestrickte Kleidungsstücke (am Bespiel einer Jacke). Man kann entweder nur mit seinen persönlichen Maßen arbeiten, oder mit einer Standard-Masstabelle. Diesen Kurs habe ich im Sommerurlaub komplett absolviert und meine Excel-Sheets erstellt, das wird die Grundlage der Grössenberechnungen für meine Modelle sein.

„How To Say It: Pattern Writing For Knitters“ mit Edie Eckman

Der Kurs ist sozusagen die logische Fortsetzung von Sizing Knitwear Patterns, denn Edie erklärt hier, wie man eine Anleitung professionell schreibt. Alles ist natürlich hauptsächlich auf den amerikanischen Markt ausgelegt, aber ich sehe keinen Grund, warum man das nicht auch auf deutsche Anleitungen anwenden sollte.

„Handknit Garment Design“ mit Shirley Paden

Das ist der letzte Kurs, den ich gebucht habe und ich kann noch nichts darüber sagen, denn ich habe noch nicht damit angefangen. Aber ich habe schon längere Zeit Padens Buch „Knitwear Design Workshop“ und ich denke mir, dass der Kurs dazu eine gute Ergänzung sein wird.

Das Gute an den Craftsy-Kursen ist, dass man die Möglichkeit hat, den Kursleitern direkt Fragen zu stellen und mit anderen Kursteilnehmern zu kommunizieren. Die beiden Kurse, dich ich bisher fertig gemacht habe, haben mir viel geholfen und aus meiner Sicht war das Geld gut angelegt, denn ich habe wirklich etwas gelernt.

Und mein erstes Pullovermodell? Wird noch einmal komplett neu berechnet und gestrickt mit einem Garn, dass hoffentlich noch länger verfügbar ist. Velleicht wird ja doch noch eine Designerin aus mir 😀

Hier ein kleiner Sneak-Peek: Das Muster habt ihr im April schon mal gesehen – ich kann gar nicht glauben, dass ich nun schon so lange mit dem Teil rummache.

Und so oder ähnlich soll der Pullover werden.

acorn3

Ich habe noch ein angefangenes Projekt fertig zu stricken und dann widme ich mich endlich ernsthaft dem Teil, die Anleitung soll schliesslich 2014 noch fertig werden.