Gääähn, wieder ein Wickelkleid! Langsam wird’s öde, oder? Aber egal, ich hab halt nun mal viele davon und sie sind so bequem.

Heute werde ich in einer Berufsfachschule in der Schweiz unterrichten – nicht so ganz mein übliches Publikum, aber wat mut, dat mut. Es geht um die Qualitätskontrolle von Fahrbahnmarkierungen – doppelgähn!

Um euch nicht länger zu langweilen, schnell ein paar Bilder von meinem hochseriösen Lehrerinnenoutfit. Wickelkleid nach „Kleider nähen“ von Tanya Whelan aus Romanit mit Leoprint. Das ist ein Superstoff für die Wickelteile, da er schön stabil ist, aber auch stretchig und das Kleid daher sitzt wie Bombe.

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Man kann sich wunderbar bewegen und nach links …

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… und rechts drehen. Nichts rutscht, nichts klafft auf.

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Und sogar beim Vorbeugen bleibt alles, wo es hingehört, so kann heute also zumindest garderobentechnisch nichts schief gehen. Drückt mir die Daumen, ich bin ein bisschen hibbelig, obwohl ich schon oft Vorträge gehalten habe. Aber so richtiger Schulunterricht ist doch noch mal was anderes.

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Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch, guckt euch unbedingt auch die anderen tollen MeMade-Werke an.

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Vor einiger Zeit habe ich mich in die schönen langen Farbverläufe der Schoppel Zauberbälle verliebt und musste unbedingt gleich welche kaufen. Blöderweise habe ich aber nicht richtig aufgepasst und aus Versehen den Laceball geordert, eigentlich wollte ich ja was in Fingering-Stärke. Aber nun waren die Bällchen schon mal da, also muss man ja was draus machen. Ich habe allerdings nichts gefunden, was mich spontan angesprochen hat, die meisten Tücher aus Lacegarn sind mit sehr verspielten Spiztenmustern, darauf hatte ich irgendwie keine Lust.

Also muss man sich halt selber was ausdenken, wozu ist man schliesslich Strickdesignerin? Schnell die anderen beiden Eigendesigns weglegen bei denen momentan ohnehin ein bisschen die Luft raus ist und an einem Lacetuch frickeln. Und da ich auch schon länger mit einem halbkreisförmigen Tuch liebäugle, war gleich klar, wie die Form aussehen sollte. Halbrund, Spitze, ein bisschen Romantik, aber nicht zu kitschig … voilà, hier ist der „Sundowner“.

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Der Name ist inspiriert von dem Laceball-Farbverlauf  „Heisses Eisen“, der mich an einen Sonnenuntergang erinnert und ich stellte ich mir so vor auf einer Terasse am Mittelmeer zu sitzen, einen leckeren Cocktail schlürfen und dann gegen die hereinbrechende Abendkühle das schöne weiche Spitzentuch um die Schultern legen … das wäre jetzt nicht schlecht, oder?

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Im Hauptteil wechseln sich glatt rechts gestrickte Passagen mit einem einfach zu arbeitenden Lacemuster ab. Sie bringen den langen Farbverlauf wunderbar zur Geltung.

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Und dann noch ein leicht verspielter Abschluss aus weicher Merinowolle in Ecru und eine Picot-Kante, wie findet ihr’s?

Die Anleitung für den Sundowner geht in einigen Tagen in die Testphase, falls ihr Interesse habt, mitzumachen, schaut in meiner Ravelry-Gruppe, auf dem LanaCabana-Blog, auf der Facebook-Seite oder auf Instagram.

Heute nur mit 2 schnellen Bildern aus der Ferne, ich bin nämlich im Urlaub in Thailand und habe keine Lust auf lange Romane. Auch wenn zuause das Wetter noch nicht für Sommerkleider taugt, hier ist es richtig kuschlig warm, wie man an meinem aufgequollenen Gesicht sieht. Ich weiss nicht, wie es Frauen gelingt, in dieser Dampfkochtopfatmosphäre hier frisch und schön auszusehen, ich bin irgendwie immer schwitzig und klebrig. Aber das ist mir egal, ich fühle mich trotzdem wohl hier und wir erholen uns ausgezeichnet. Und ich kann im März schon meine Hawaiikleider ausführen, das ist doch auch was. Beide Stoffe habe ich übrigens letzte Sommer bei Stoff & Stil in Halstenbek gekauft.

Die Schuhe sind auch nicht grade meine erste Wahl, aber bei der Hitze kriege ich praktisch in allen Schuhen sofort Blasen und Schläppchen sind die einzigen, in denen ich laufen kann.

Thai-Hawaiikleid Nummer 1 wurde letzten Sommer schon genäht, nach meinem bewährten Wickelkleidschnitt aus Tanyy Whelans „Kleider nähen“-Buch.

Und hier noch Thai-Hawaiikleid Nr. 2, mit etwas schlechtem Kontrast zum Hintergrund, fast schon ein Camouflage-Kleid 🙂 … und von den Details sieht man leider auch nicht viel.

Kleid Nr. 2 ist nach einem Original-Vintagschnitt, den ich leider nicht für ein Foto zu Hand habe, aber er ist fast identisch mit dem Butterick 5880 Repro-Schnitt, nur das das Oberteil ein Fake-Wickelteil ist und nicht diese Einschnitte am Ausschnitt hat:

Einen schönen Rest-Mittwoch wünsche ich euch, hier geht es zu den anderen Me-Made-Damen.

 

Im Laufe der letzten beiden Jahre habe ich eine kleine Wickelkleid-Obsession entwickelt. Früher hatte ich immer Panik, dass die Bindebänder aufgehen könnten und ich im Freien stehe, aber meine liebe Freundin TaylorMaid hat mich überzeugt, dass Wickelkleider genial sind. Ich habe mir meinen eigenen Schnitt gebastelt nach dem Buch „Kleider nähen“ von Tanya Whelan (übrigens ein wirklich ergiebiges Buch, wenn man gerne Kleider trägt) und in mehreren Durchgängen angepasst, dank der freundlichen und geduldigen Hilfe von Andrea von Michou à la Mode.

Ich glaube, ich habe bestimmt ein halbes Jahr lang überhaupt nichts anderes genäht als Wickelteile und mittlerweile habe ich den halben Schrank voll davon. Sie sind einfach zu nähen, machen eine gute Figur und sind superbequem. Heute habe ich ein Wickeloberteil nach demselben Schnitt an – einfach den Rock zum Schößchen gekürzt und fertig ist die Bluse. Der Stoff ist ein petrolfarbener Boucléjersey, verziert mit kleinen Pailetten.

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Sorgloserweise hatte ich nur 1,50 m von dem Stoff gekauft und dann festgestellt, dass das bei einem Wickeltop nicht für lange Ärmel reicht, die Vorderteile überlappen ja und man braucht also mehr Stoff als für eine normale Bluse. Was ich eigentlich weiß, aber naja, manchmal ist man halt doof.

Also eben nur Dreiviertelärmel, ist ja auch ganz hübsch. Hier nochmal etwas detaillierter, hier sieht man den Stoff besser:

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Solche Schößchenblusen sehen am besten zu schmalen Röcken oder zu Jeans aus, finde ich. Der Rock hier ist ein Strickrock aus der Flohmarkthalle und unglaublich bequem – ein Strickschlauch mit Gummizug, das ist praktisch die Jogginghose unter den Röcken.

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Und dazu rote Wedges von Deichmann und die schöne Fakelite-Herzbrosche von The Pink Bungaloo. Auf dem Kopf ein Stück Strickstoff, mein Ich-bin-zu-faul-mir-die-Haare-zu-machen-Workaround. Petrol mit Rot ist eine meiner Lieblingsfarbkombis, übrigens 😀

 

Ach ja, Weltfrauentag, beinahe hätte ich’s vergessen … ich habe mir neulich auch so einen Pink Pussy Hat gestrickt. Stehen tut er mir nicht, aber gibt gut warm und naja … es geht ja nicht immer nur um die Schönheit. Ich habe ihn trotzdem gerne getragen solange es kalt war. Das Foto entstand einen Tag nach Trumps Wahlsieg, das erklärt den Gesichtsausdruck 😀


Und nun guckt auch bei den anderen Me-Made-Mädels vorbei.

 

 

Heute wird’s bunt!

Seit über einem Jahr bin ich schon ein großer Fan der Modelle von Stephen West (Westknits). Obwohl es eher Liebe auf den dritten Blick war, denn am Anfang fand ich seine Designs viel zu schrill und schräg und konnte damit gar nichts anfangen. Dann habe ich trotzdem (warum auch immer) den vorletzten Mystery Knitalong von ihm mitgemacht – „The Doodler“.  Und seitdem ist es um mich geschehen, ich bin Westknits-süchtig. Ich bin nur noch begeistert, sowohl von seinen Anleitungen, als auch von ihm selbst, er ist einfach ein Herzchen 😀 . Ich habe auf Craftsy seinen „Shawlscapes“-Kurs belegt, da kann man den Meister in Aktion erleben, sehr unterhaltsam. Aber vor allen Dingen lehrreich, wenn man grundlegende Dinge über die Konstruktion von Stricktüchern lernen möchte.

Jedes Modell, das ich bisher von ihm gestrickt habe war ein Riesenspaß, anders kann man es nicht sagen. Er verwendet immer interessante Techniken und ungewöhnliche, neue Designelemente und das Stricken wird nie langweilig.

Mittlerweile habe ich tatsächlich schon fünf Tücher von ihm gestrickt und ich liebe sie alle heiss und innig. Ein Klick auf die Bilder bringt euch jeweils zu den Ravelry-Projekten

The Doodler

Meine Westknits-Einstiegsdroge. Leider habe ich ein etwas zu dünnes Garn und zu dünne Nadeln gewählt, so dass es eher ein „Doodlerchen“ geworden ist. Schade, ich habe ja eigentlich lieber große Tücher. Aber ich mag es trotzdem.

Techniken: verkürzte Reihen, Verzopfung über viele Maschen, Richtungswechsel beim Stricken

Exploration Station

Meine erste Berührung mit „Brioche“, bei uns auch als Patentmuster bekannt.

Techniken: verkürzte Reihen, Hebemaschen, zweifarbiges Patent

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Hier der Brioche-/Patentstreifen von vorne und hinten:

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Striped Esjan

Ein schönes, großes Tuch, das man dramatisch drapieren kann. Ich habe verschiedene Sockengarne in Lila- und Pinktönen mit Ecru und Anthrazit kombiniert und es ist eines meiner derzeitigen Lieblingstücher, obwohl hier keine grossartig spektakulären Techniken verwendet werden, veilleicht mal abgesehen von den grossen Löchern am Rand, die durch mehrere Umschläge entstehen.

Samen

Eigentlich fand ich das Modell immer langweilig und habe mich gewundert, warum es so beliebt ist. Aber je mehr Westknits-Zeug ich gestrickt habe umso interessanter wurde der „Samen“ für mich und schliesslich musste ich ihn doch haben und nun weiss ich, warum ihn alle so toll finden. Er ist momentan mein absolutes, ultimatives Lieblingstuch. Der Samen wird aus doppelt gehaltenem Lacegarn gestrickt, immer zwei Farben kombiniert und dadurch entstehen tolle Effekte. Ich habe Malabrigo Lace verwendet und das Garn ist ein Traum. Es gibt so viele Farben zur Auswahl, dass ich mehrere Tage gebraucht habe, um meine „perfekte“ Kombination zu finden. Und das Garn ist kuschelweich und flauschig – das findet auch meine Katzenprinzessin.

Techniken: Verkürzte Reihen

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Marled Magic

Der aktuelle Mystery-Knitalong  ist auch wieder ein stricktechnischer Hochgenuss. Wie schon beim Samen werden auch hier zwei verschiedene Garne zusammen gehalten, diesmal allerdings Fingering-Stärke (also z.B. Sockengarn). Man kann prima Garnreste verwerten. Ich habe mich für eine kunterbunte Regenbogenvariante entschieden, einfach alle Knallfarben, die ich im Lager habe kommen zum Einsatz.

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Am letzten Freitag wurde Clue 1 veröffentlicht und am Sonntag abend war ich schon fertig damit, man kann das Strickzeug nicht weglegen, weil man immer schon die nächste Farbkombination plant und dann unbedingt sehen muss, wie diese aussieht und dann überlegt man schon wieder, welche Farbe man als nächstes dazunimmt …. und schwupps ist es drei Uhr nachts und man kriegt mal wieder keinen Schlaf 😀

Section 1 wird hier auf Kuscheligkeit geprüft

Den Farbverlauf in der ersten Sektion nennt Stephen West „Steady Marl“, d.h. es wird ein Garn kontinuierlich verwendet, und alle paar Reihen wird das zweite Garn gewechselt. Da ich als kontinuierliches Garn ein Print-Sockengarn verwendet habe, ist der „Steady“-Effekt bei mir eher untergegangen, dafür wurde es schön bunt.

Section 2 mit „Faded Marl“

Hier wird immer nur eine der beiden Farben gewechselt, immer fortlaufend, also z.B.
Streifen 1: Rot und Beige
Streifen 2: Beige und Gelb
Streifen 3: Gelb und Grün
Streifen 4: Grün und Blau
Streifen 5: Blau und …

Als Effekt ergibt sich dann eine Art Farbverlauf – bei mir natürlich wieder in leuchtenden Regenbogenfarben.

Ich bin schon wieder total verliebt in mein neues Westknits-Projekt, auch wenn das vermutlich ein riesengrosses und sehr schweres Tuch werden wird und ich gar nicht weiss, ob es überhaupt tragbar ist, aber alleine wegen dem Strickspass hat es sich für mich schon gelohnt. Und ich freue mich schon auf den Freitag, wenn Clue rauskommt 😀

 

 

 

Ich habe mir ja vorgenommen, nach und nach endlich ALLE meine Fertigschnitte mindestens einmal zu nähen – damit werde ich noch ein paar Tage beschäftigt sein 😀 . Wie neulich schon gepostet, stand Simplicity 8050 ziemlich oben auf meiner Nähliste und ich habe am Sonntag hochmotiviert losgelegt. Das ganze artete aber in eine mittlere Katastrophe aus und meine Nählust ist gerade ziemlich im Keller.

Vorneweg und zur Ehrenrettung des Schnittes muss ich sagen, dass mir das Modell wirklich gut gefällt. Für einige der im Folgenden beschriebenen Desaster kann der Schnitt auch gar nichts und vielleicht werde ich nach einiger Zeit ja etwas freundlichere Gedanken hegen. Aber lest selbst:

Die Planung

Wie ich schon geschrieben hatte, wollte ich View A (das grüne auf dem Bild) mit kurzen Ärmeln nähen und die seitlichen Vorderteile und den Kragen mit blauer Paspel absetzen.

DSC01683Die Realität

In der Anleitung ist keine Paspel sondern eine Borte vorgeschrieben, die nachträglich aufgenäht wird. Pah, was wissen die schon, ich mache eine Paspel! Äh ja, ok. Drei Stunden später trenne ich die Nähe wieder auf und die Paspel wieder ab. Es ist mir beim besten Willen nicht gelungen, diese spitzen Ecken unten an den Vorderteilen so hinzukriegen, dass es ordentlich aussah und die geschwungene Prinzessnaht mit integriertetr Paspel sah scheiße aus war suboptimal, also musste ich zähneknirschend einsehen, dass sich die Simplicity-Designer vielleicht DOCH was dabei gedacht haben, als sie die Borte empfahlen.

Die Borte

Auf jeden Fall wollte ich blau/weiss haben, zu Rot sieht das ja immer schön aus. Im Lager habe ich zwei weisse Borten und eine Rolle blaues Bändchengarn gefunden und ein bisschen rumprobiert:IMG_20170305_142511    IMG_20170305_142502Nach einstimmigem Ergebnis einer Meinungsumfrage bei meinen Facebook-Nähfreundinnen habe ich mich für die untere Variante mit dem blauen Bändchen in der Mitte entschieden und die Borte erstmal vorbereitet. Für meinen Schnellnäher habe ich mir zu Weihnachten ein superschmales Reissverschlußfüßchen gegönnt und mit dem ging das Aufnähen ruck-zuck. Alternativ kann man natürlich auch einen Bandannähfuß verwenden, aber mit dem Schnellnäher geht es auch ohne Hilfsmittel. Ach, ich liebe das Maschinchen täglich mehr, meine „normale“ Brother setzt hier schon Rost an, weil sie praktisch nur noch Knopflöcher machen darf.IMG_20170305_155855

Die zweite Katastrophe

Ohne Paspeln liessen sich die seitlichen Vorderteile übrigens wunderbar einsetzen und die Borte war dann auch schnell angenäht.
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Sieht super aus. Euphorisch machte ich mich daran, Vorder- und Rückenteil zusammenzunähen. Ich drehte das Vorderteil auf die linke Seite und …IMG_20170305_161905
WAAAA! Ich hatte offenbar den weissen Faden nicht richtig eingefädelt und es haben sich riesige Schlingen auf der Rückseite gebildet.  Also alles wieder abtrennen, noch eine Stunde überflüssige Arbeit, die man sich hätte sparen können, seufz. Hier Flüche und Kraftausdrücke nach Wahl einsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich irgendwie nicht mehr so richtig viel Spass am Nähen, aber ich wollte ja wenigstens so weit kommen, dass ich das Kleid mal anprobieren konnte.

Die erste Anprobe

Ich habe mich zähneknirschend noch soweit durchgebissen, dass nun die Schulter- und Längsnähte geschlossen sind und ich das Kleid probieren konnte. Das Positive: es sitzt richtig gut. Das nicht ganz so Positive: der Ausschnitt ist riesig. Das Kleid wird mit Schlingen vorne in der Mitte geschlossen (übrigens auch eine elende Frickelei 🙁 ) und darunter liegt ein Untertritt. Und diese „Knopfleiste“ endet bei mir ca. 4 cm unterhalb des Brustansatzes, oder anders gesagt: die halben Möppis hängen raus. Also Leute: das soll ein 40er-Repro-Schnitt sein, das geht gar nicht. Ich darf nun also WIEDER trennen, nämlich den Untertritt abtrennen, noch 2-3 Schlingen mehr oben anbringen und einen längeren Untertritt dranbasteln. Ob das mit dem Kragen überhaupt geht, muss ich erst noch anschauen, kann sein, dass ich den auch etwas zurechtschneiden muss, der geht ja direkt oberhalb der Knopfschlingen nach aussen, da bringe ich gar keine zusätzlichen Verschlüsse unter.2017-03-06_10-44-21

Der Stand der Dinge

Nachdem ich nun eine Nacht drüber geschlafen habe, geht es mir schon wieder etwas besser und ich bin trotz alledem zuversichtlich, dass doch noch ein schönes Kleid aus dem elenden Lappen wird. Der erste grobe Eindruck auf der Puppe ist auf jeden Fall sehr gut und die Passform stimmt ja auch. Ich muss jetzt halt einfach in den sauren Apfel beissen und die notwendigen Änderungen noch durchziehen, auch wenn’s nervt. Eventuell mache ich die Knopfschlingen alle nochmal ab und mache sie aus rotem Bändchen – eigentlich sollten die aus einem schräggeschnittenen Stoffstreifen gemacht werden, aber NOCH mehr Frickelei, nein danke!IMG_20170305_171401

 

So. Seit dem 23.12.2016 ist unser Dorf nun offiziell auch in der modernen Welt angekommen und wir haben Breitband-Internet. Das heisst, dass ich die Ausrede, dass das bloggen so lange dauert, weil das Internet so langsam ist, nicht mehr anwenden kann, ich muss wir was anderes überlegen. Netflix, Amazon Prime … o je, die Versuchungen!

Tatsächlich habe ich mir aber vorgenommen, wieder regelmässiger zu bloggen und tatsächlich geht es jetzt auch viel einfacher, wenn man nicht eine halbe Stunde warten muss, bis ein einziges Bild hochgeladen ist.

Wo wir schon bei den guten Vorsätzen sind: ich will auch wieder mehr nähen. Und endlich mal die ganzen Fertigschnitte testen, die bei mir im Schrank schon Schimmel ansetzen. Und Stoffe vernähen … die übliche Neujahrsmotivation, ihr kennt das.

Auf dem Plan steht auf jeden Fall schon mal Simplicity 8050 aus einem roten Viskosestöffchen. Vielleicht View A mit blauen Paspeln? Allerdings ist die Viskose sehr dünn und leicht, ich überlege, ob ich das Kleid nicht lieber kurzärmelig mache.

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Und dann wäre da noch dieser schöne karierte Winterstoff, der gerne ein Kleid werden möchte, passend zur Jahreszeit solle ich wohl besser damit anfangen, also auf geht’s

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Heute habe ich eines meiner vielen Shirts nach dem New Look-Schnitt 6940 an. Den Schitt habe letztes Jahr gekauft, ausprobiert und dann glich in Massen produziert, ich mag diesen Look unheimlich gerne zur Jeans, er bringt die guten Seiten der etwas üppigeren Figur gut zur Geltung, hehe. Mit der 40er Jeans von Freddies of Pinewood zusammen ergibt sich so eine Art Hybrid-Look – nicht authentisch 40er, aber doch irgendwie retro-inspiriert. Wenn es um Alltagsklamotten geht bin ich bin absolut keine Authentikfanatikerin, also fühle ich mich sehr wohl in diesem Outfit.

Ich bin ja ohnehin ein grosser Fan der New Look-Schnitte, die aus der Simplicity-Familie stamme. Viele Designs gefallen mir gut und die Passform ist für meine Figur deutlich besser als die der „Big 3“ Butterick, McCalls und Vogue. Leider in Deutschland nicht ganz so einfach und günstig zu bekommen, wie z.B. in England oder USA, wirklich schade.

Die heutige Variante ist aus einem wenig stretchigen Jersey (ja, sowas gibt’s auch), verziert mit rosa Bündchen. Für das Bündchen habe ich ein Rippenshirt vom Flohmarkt zerschnitten, ich kaufe oft dünne Rippenpullis und -Shirts Second Hand, die sind viel besser als Bündchen als die meist viel zu dünnen Stoffe, die dafür verkauft werden.

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Heute mal ohne Make-up, meine Selbstkontrolle an Home-Tagen geht allmählich den Bach runter.  😀 Aber die Haare sind frisiert, also bitte keine Beschwerden!

Der Schnitt bietet einige Varianten, ich habe bis jetzt immer View D genäht, mal mit Schluppe und mal ohne, so wie hier. Aber mir gefallen auch die Ärmel von Modell E gut, die werde ich sicher noch ausprobieren.

Mehr gibt’s zu dem Schnitt eigentlich gar nicht zu sagen, er ist hübsch, leicht zu nähen und passt mir gut. Das Shirt habe ich nun schon über ein Jahr ebenso wie noch 3 andere nach diesem Schnitt. Ich könnte eigentlich noch ein paar nähen … hab noch ein paar nette Jerseys auf Lager.

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Schaut auch bei den anderen Me-Made-Mädels hier vorbei und habt einen schönen Tag.

 

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Liebe Leser, ich habe gerade festgestellt, das in diesem Beitrag (und eventuell auch in anderen) einige Bilder fehlen. Ich habe keine Ahnung, was hier passiert ist, ich versuche, der Sache auf den Grund zu gehen und die Bilder wieder zu finden. Drückt mir die Daumen 🙂

Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich im Mai mal wieder  in Palm Springs zum Couture-Workshop mit Claire Shaeffer war? Und bei Joann’s waren die Simplicity-Schnitte im Sale für 99 Cent, da bin ich leicht aus dem Ruder gelaufen und habe mich eingedeckt. Man hat ja NIE zuviele Schnitte und was schert mich mein Geschwätz von gestern, dass ich keine mehr kaufen will …

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe jetzt einen Stapel Simplicity-Schnitte, die ausprobiert werden wollen und am Wochenende habe ich losgelegt mit Simplicity 2369 und zwar View C, die Tunika-Variante, die heute beim MMM mitmachen darf.

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A perfect top for my home office days and a very nice pattern for knits.  I am going to make this again, maybe the dress variety.

Ausnahmsweise habe ich an der Grösse mal nicht viel zu meckern, Simplicity scheint seine Grössentabellen besser im Griff zu haben als andere Firmen. Laut Tabelle brauche ich Grösse 20 und nach meinen Probemessungen habe ich mich auch für 20 entschieden und das passt ganz gut und ist nur minimal zu gross. Dennoch werde ich das nächste Top wohl in 18 machen, zumindest oberhalb der Taille. Den Hüftbereich lasse ich so, da kann ich die Weite gut vertragen. Auf diem nächsten Bild habe ich die Taille mal ein bisschen mit der Hand gerafft, da können gerne noch ein paar cm Stoff weg.

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Die einzige Sache, die mir nicht ganz so gut gefällt, ist die auffällige Rückennaht, ich habe mir aber schon überlegt, dass man diese gut in Abnäher umwandeln kann, was ich dann beim nächsten Mal ausprobieren werden.

So weit, so gut. Aber ich kann ja praktisch kein Teil nähen, ohne irgendwelche dummen Fehler einzubauen.

Ich hatte mir einen schönen festen Jersey mit Fantasieblumen ausgesucht, von dem ich 1,50 Meter hatte. Vorgeschrieben sind 1,60 Meter – nicht ohne Grund, wie ich feststellen musste, denn es wurde verdammt knapp und die Bindebänder hätte ich schon stückeln müssen.

Soweit kam es aber gar nicht. Das ist ein asymmetrischer Schnitt, d.h. man muss beim Zuschneiden aufpassen, welche Stoffseite oben liegt. Hab ich aber nicht und daher prompt zwei linke Vorderteile produziert, Bingo! Und natürlich nur noch Stofffitzelchen übrig, also nix mit neu zuschneiden. Nach der üblichen „Ich will mich da jetzt reinsteigern“-Routine habe ich die Einzelteile dann doch wieder aus der Tonne gefischt und beschlossen, das MUSS gehen. An das spiegelverkehrte Vorderteil habe ich ein Stück Stoff angesetzt und so war es gross genug für einen erneuten Zuschnitt, diesmal richtig herum. Die Bindebänder habe ich dann aus einem Kontraststoff zugeschnitten, denn der dafür vorgesehene Streifen war nun am Vorderteil.

Und dann habe ich das ganze Teil erstmal fertig genäht um zu sehen, ob es mir überhaupt passt und gefällt. Es passte und gefiel und ich habe meine neu erworbenen Couture-Kenntnisse zum Kaschieren meiner Schusseligkeit genutzt.

Will man z.B. das Muster eines Stoffs nicht zerstören, braucht aber einen Abnäher oder eine Naht, so kann man das durch Applikationen lösen. In Claires Buch „Couture Sewing Techniques“ (der Erstausgabe von 1994) zeigt sie diese tolle Jacke von Elsa Schiaparelli aus der spektakulären Circus Collection von 1938. Beim Pferdchen links im Bild sieht man die Applikationstechnik meisterhaft ausgeführt.

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Quelle: https://books.google.ch/books?id=e3Sd_mikSP4C&pg=PA41&lpg=PA41&dq=schiaparelli+circus+jacket+applique&source=bl&ots=_1L_OwQj-T&sig=9JXb1akfx-AAR1VfnF34ZdA8U-c&hl=fr&sa=X&ved=0ahUKEwj43YPW_5LNAhXLWxQKHcJ0DTEQ6AEIPTAL#v=onepage&q=schiaparelli%20circus%20jacket%20applique&f=false

Nach dem Anstückeln am Vorderteil hatte ich eine Naht, wo keine sein soll und zwar an recht auffälliger Stelle, diese wollte ich mit dieser Technik optisch veschwinden lassen.

Also habe ich mir die passenden Musterstücke aus meinen Stoffresten herausgesucht und die Muster jeweils über die Naht hinaus fortgesetzt.

Erstmal aufstecken.

Dann käme eigentlich das Heften dran aber … naja … bin ja faul. Also habe ich direkt die Applikationen aufstaffiert – die Nahtzugabe von ca. 4 mm wird beim Annähen schrittweise untergeschoben. Dann kräftig bügeln, damit sich die Applis möglichst flach anlegen – voilà – eine fast unsichtbare Naht.

Man kann also auch an einem schnöden Jerseytop Couturemethoden anwenden. Oder man konzentriert sich eben ein bisschen besser beim Zuschneiden, dann kann man sich die Mühe sparen 🙂 . Und, könnt ihr die Naht entdecken?

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