Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul, aber wenn einem das Tier nun eigens zur Gebissinspektion überlassen wurde, sollte man eine Ausnahme machen.

Schon Ende letzten Jahres … hüstel … habe ich vom Verlag Edition Fischer ein Rezensionsexpemplar des Buches „Rockabella“ von Gretchen „Gertie“ Hirsch erhalten und muss und will nun endlich meine Schuld einlösen.

Als das Originalbuch „Gerties New Book For Better Sewing“ in Englisch herauskam habe ich hin- und her überlegt, ob ich es kaufen soll oder nicht und mich letztlich dagegen entschieden, weil ich einfach nicht noch mehr Schnitte und Nähbücher brauche, aber „brauchen“ ist ja auch eher eine relative Sache, siehe hierzu auch Stoffberg, Schuhtick und Wolllager.

Meine Eindrücke von dem Buch sind gemischt:

Aufmachung

Die Aufmachung des Buches ist super. Hochwertiges Papier, stabiler Einband. Durch die Spiralbindung und den festen Einband kann man das Buch auf jeder Seite aufgeschlagen liegen lassen, ohne dass es zuklappt, was für solche Anleitungsbücher perfekt ist.

Inhalt

Zunächst einmal wird für das Buch mit folgendem Satz geworben: „stellen Sie sich mit 25 original VOGUE-Schnittmustern von 1952 Ihre eigene maßgeschneiderte Couture zusammen“. Und dazu kann ich nur sagen: dieser Satz enthält mindestens zwei Lügen – naja, zumindest zwei nicht ganz korrekt dargestellte Tatsachen.

Nr. 1: in dem Buch sind nur 10 Schnittmuster drin, keine 25. Gemeint sind 25 Outfits, nicht Schnitte. Wenn man alle Variationen der Schnitte und alle Kombinationsmöglichkeiten nimmt, kommt man auf 25 Outfits.

Nr 2: das sind KEINE Original-Vogue-Schnittmuster von 1952, da fress ich einen Besen und die Putzfrau gleich mit dazu. Auf dem Buch ist sogar ein Aufkleber mit „Vogue 1952“ drauf. Ich denke, hier ist irgendwas bei der Übersetzung total schief gegangen und es wurde mit ihrem Blog „Gerties New Blog For Better Sewing“ verwurschtelt, in dem sie ursprünglich mal diese Vogue-Schnitte alle nachgenäht hat. Die Schnitte sind wohl angelehnt an diese Originale, aber die Behauptung, dass das die Originalschnitte sind, halte ich für glattweg falsch.

Beides steht allerdings nicht auf dem Buch selbst, sondern im Klappentext bei Amazon, aber der kommt ja vermutlich auch vom Verlag.

Auch im englischen Original wird übrigens grosskotzig von „A modern guide to to couture-style sewing“ gesprochen … da wird die Erwartungshaltung an den Inhalt schon hoch gesetzt. Zu hoch, wie wir später noch sehen werden.

Deswegen ist das Buch nicht schlecht per se, aber man sollte etwas vorsichtig sein mit vollmundigen Versprechungen. Hier hätte etwas besser recherchiert werden sollen, oder man hätte um genauere Angaben vom ursprünglichen Verlag bitten sollen. Liest man allerding im Netz die vielen englischen Buchankündigungen und Lobgesänge, ja selbst die Texte auf Gerties eigenem Blog, wundert mich diese Verwirrung nicht, denn das ist alles extrem schwammig und unklar formuliert und man weiss letztlich nicht, was einen erwartet.

Ich fand es auch extrem schwierig, online herauszufinden, welche Schnitte denn nun in den Buch sind und in welchen Grössen, daher hier ein kurzer Überblick über die Grundschnitte.

Shirtbluse

Glockenrock

Etuikleid

Bleistiftrock

Schluppenbluse

Hemdblusenkleid

Bleisstiftkleid

Sommerkleid

Mantelkleid

Jacke und Tellerrock

Inhaltlich gefällt mir sehr gut, dass Gertie zu jedem Schnitt Variationen vorstellt und genau beschreibt, wie man diese aus dem Schnitt selbst erstellen kann. Das ist ein guter Einstieg für Leute, die noch nie Abwandlungen an einem Schnitt gemacht haben und zeigt sehr gut, dass man nicht für jedes kleine Detail gleich einen neuen Schnitt kaufen muss.

Hier sieht man die Volant-Abwandlung des Bleistiftocks in Arbeit, das fertige Teil werde ich demnächst  hier in natura präsentieren.

Im Technikteil des Buches sind überraschenderweise die grundlegenden Nähtechniken beschrieben, wobei ich mich ohnehin immer frage, ob es das wirklich in JEDEM Buch braucht. Wird jemand, der überhaupt nicht nähen kann sich ausschliesslich dieses Buch anschaffen um damit Nähen zu lernen? Vor allem da der Titel ja von „Couture-Technik“ spricht, das ist ja eigentlich nichts für Anfänger. Die kommt dann im Inneren aber auch gar nicht mehr vor, es sei dann, damit ist die Seite gemeint, auf der 3 Handstiche gezeigt werden.

Oder wird hier tatsächlich feinsinnig unterschieden zwischen „Couture“ – einfach das französische Wort für das Nähen und „Haute Couture“, also der wirklich feinen grossenSchneiderkunst? Ich glaube eher nicht, denn in der Umgangssprache hat sich „Couture-Technik“ als Bezeichnung für eben diese speziellen (oftmal handgearbeiteten) Techniken eingebürgert, die auch von den grossen Modemachern verwendet wurden und werden.

Schnitte

Mehrgrössenschnitte von Grösse 32 bis 46 auf Extrabogen. Die Bögen sind doppelseitig bedruckt und die Schnitte überlappen sich, so dass man gezwungen ist, sie abzukopieren, wenn man mehrere Modelle aus dem Buch nähen will. Mich persönlich stört das nicht, weil ich ja nicht einmal die Fertigschnitte ausschneide, sondern soweiso immer alles auf transparenter Folie abkopiere, aber es soll ja Leute geben, die da tatsächlich mit der Schere drangehen 😉

Modelle

Die Modelle, die das Buch enthält finde ich gut ausgewählt. Würde man sie alle nähen hätte man gewissermassen eine Vintage-Grundgarderobe erstellt. Gut, manche Sachen gefallen mir nicht so gut, wie z.B. die Schluppenbluse oder das enge Kleid, aber das ist ja Geschmackssache. Einige Leute kritisieren, dass die Schnitte nicht wirklich „Vintage“ seien sondern eben einfach Standard-Rock und Kleiderschnitte. Nun ja, das mag sein, aber … ein Bleistiftrock ist ein Bleistiftrock, ein Hemdblusenkleid ein Hemdblusenkleid. Wer einen guten Blick für Schnittformen und Stil hat, kann aus modernen Schnitten ohne weiteres eine Garderobe im Vintage-Look erstellen, der eigentliche Kick ist ja erst das Styling und die Auswahl der Stoffe. Ich finde die Auswahl gut, denn es ist für jeden was dabei. Wer keine sexy Bleistiftröcke mag, näht sich einen Glockenrock und wer keine sportlichen Hemdblusenkleider mag, näht sich ein ärmelloses Tiki-Kleid.

Die Blusen sind etwas sehr schlicht, die eine ist eigentlich nur ein besseres T-Shirt und beide haben keine eingesetzten Ärmel. Aber es gibt ja auch viele Leute mit wenig Näherfahrung, also müssen auch einfache Sachen dabei sein, womit jeder klarkommt.

Übersetzung

Das Buch wurde übersetzt von Anja Fuhrmann, die auch andere Handarbeitsbücher für Edition Fischer übersetzt hat. Ohne der Dame hier zu nahe treten zu wollen: Ich bin mir nicht sicher, ob sie von der Materie wirklich Ahnung hat oder gar selbst nähen kann. Einige Sachen sind sehr merkwürdig formuliert und man fühlt sich versucht, mal schnell in der englischen Ausgabe nachzuschauen, was denn nun damit gemeint ist. Aber die englische Ausgabe haben ja die wenigsten zur Hand, das ist also nicht so gut. Ich gehe allerdings davon aus, dass man für eine solche Übersetzung nicht allzuviel Zeit hat und nicht genügend Stunden hineinstecken darf, um es richtig gut zu machen.

Ein ganz dicker Klops ist aber meiner Meinung nach, dass auf dem Schnittbogen die Grössenangabe auf europäische Masse geändert wurde (also 38, 40, 42 etc.) während im Buch  die amerikanischen Masse (8, 10, 12 …) beibehalten wurden. Das ist für Anfänger komplett verwirrend und ein weiterer Hinweis darauf, dass das Buch „quick and dirty“ produziert wurde.

Grössen

Gertie schreibt, dass sie ein eigenes Grössensystem entwickelt hat, da sie die Beobachtung gemacht hat, dass die meisten Frauen an der Hüfte eine Nummer grösser brauchen, als am Rest des Körpers. Schaut man sich die Bilder von ihr an, kann man sagen, dass das bei IHR zumindest so ist. Bei mir auch, vielleicht ist also was dran an dieser Theorie.

Erfreut und geschmeichelt habe ich auch festgestellt, dass ich nach ihrer Grössentabelle Grösse 16 habe – bei den herkömmlichen Schnitten von Butterick und Co. brauche ich laut Tabelle 20 und in Realität 18. Darüber bin ich auch deswegen froh, weil ihre Grössen ohnehin nur bis 16 gehen, andernfalls hätte ich also ein Problem, etwas aus dem Buch zu nähen.

Aber! Grosses dickes fettes ABER

Ich habe den engen Rock nachgenäht, um einen Schnitt zu testen und er war – ohne Witz – 12 cm zu weit! Gut, es war ein recht flexibler Wollstoff und der Futterrock war vielleicht nur 8 cm zu weit, aber trotzdem, was soll das?

Liest man mal ein paar andere Kommentare zu den Schnitten im weltweiten Netz, dann bin ich nicht die erste, der das aufgefallen ist, also liegt der Fehler wohl nicht bei mir.

Aber Gertie’s Schnitte sind auch nicht die einzigen, bei denen das so ist. Gehe ich streng nach den Grössentabellen vor, so sind mir die Sachen von Butterick/Vogue/McCall’s eine Nummer zu gross, die von Burda zwei bis drei, je nach Modell und ob der Schnitt aus den „Normalgrössen“ oder aus den Plusgrössen kommt – Grösse 44 in Plus ist übrigens auch noch viel grösser, als Grösse 44 in normal, bei denen stimmt also auch das System IN SICH schon nicht. Colette-Patterns? Selbe Geschichte, alles viel zu gross.

Leute, was zum Geier, ehrlich? Wozu werden diese Tabellen überhaupt da reingedruckt, wenn das nachher alles hinten und vorne nicht passt.

Aber Edition Fischer kann dafür natürlich nichts, das Problem zieht sich ja duch die gesamte Nähwelt und ist auch im Originalbuch vorhanden. Und zur Ehrenrettung muss man auch erwähnen, dass Gertie durchaus schreibt,  dass man sich selbst und die Schnittteile messen soll um die richtige Grösse zu ermitteln.

Über die Passform von Standardschnitten zu meckern oder diese zu loben, ergibt für mich keinen Sinn, denn jeder Körper ist anders und Schnitte, die allen Leuten auf Anhieb perfekt passen gibt es nicht. Kein Designer kann was dafür, dass ich ein Hohlkreuz habe und entsprechend den Rücken der Klamotten verkürzen muss.Die prinzipielle Passform des Bleistiftrocks ist für mich sehr gut, vor allem was das Taillen-Hüft-Verhältnis angeht. Nur eben leider zwei Nummern zu gross.

Fotos

Ganz ehrlich? Grässlich. Und damit meine ich nicht Gerties Stil oder ihre Tatoos, das ist ja Geschmackssache. So wie sie die Sachen trägt ist es ihr Ding und wenn man ihren Blog schon länger verfolgt, weiss man, dass das eben ihr Stil ist, auch wenn es natürlich kein authentischer Vintage-Look ist. Aber diesen Anspruch erhebt sie ja auch gar nicht. Eine Rockabella ist keine, die sich autenthisch nach einer Zeitperiode kleiden will.

Aber: Gertie trägt ihre Modelle auf den Fotos selbst und kein einziges Teil sitzt richtig und zum Teil sieht man die schlampige Verarbeitung deutlich. So sind beispielsweise viele Nähte und vor allem die Säume der weiten Röcke nicht richtig ausgebügelt – sowas kann ich doch nicht in einem Buch zeigen!

Hier hätte es wahrlich nicht geschadet, vor dem Fotoshooting noch ein paar Stunden Arbeit mehr reinzustecken. Vielleicht bin ich da zu pingelig, aber ich finde einfach, wenn man ein Buch rausbringt, für das sie auf ihrem Blog so getrommelt hat und wenn man den Weg von der Hobbyschneiderin zur Modedesignerin gehen will, was Gertie ja offensichtlich tut, dann muss man sich aber auch richtig Mühe geben und nicht so schlampiges Zeug zeigen, das ist doch ihr Aushängeschild.

Preis-/Leisungsverhältnis

Hätte ich mich über die Ausgaben geärgert, wenn ich das Buch gekauft hätte? Nein. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist für mich ok. Wenn man überlegt, was Fertigschnitte kosten, oder auch Nähzeitschriften, in denen meist höchstens EIN Teil drin ist, das ich gerne nähen möchte, dann finde ich rund 30 Euro für das Buch durchaus angemessen. Vor allem durch die Beschreibung der Schnittabwandlungen lohnt sich das meiner Meinung nach, denn hier lernt man Techniken, die man jederzeit auch an anderen Schnitten wieder einsetzen kann.

Fazit

„Guter Ansatz aber laienhafte Ausführung“ schrieb eine Rezensentin auf amazon und das trifft es ziemlich genau. Das Buch ist durchaus brauchbar, der Preis ist ok, aber man hätte mehr draus machen können.

Ich habe ja schon durchblicken lassen, dass ich den Bleistiftrock genäht habe. Weiterhin gefallen mir das Hemdblusenkleid und das Mantelkleid noch sehr gut, die werde ich wohl auch noch testen, aber diesmal am besten gleiche eine Nummer kleiner 🙂

 

Ach ja, noch was: das Buch heisst gar nicht „Rockabella“ sondern „ROCK’A’BELLA“, wahrscheinlich soll hier auf „Rock’n’Roll“ angespielt werden. Aber, liebe Namensgeber, beim ’n‘ von Rock’n’Roll wurden eben die Buchstaben a und d des Wortes „and“ weggelassen, daher die Apostrophe. Wenn nichts weggelassen wird, braucht man auch keine Apostrophe. Mit solchen Wortschöpfungen stellt man sich auf eine Stufe mit Mandy’s Sonnenstudio oder Cindy’s Nail’s & More, das habt ihr echt nicht nötig.

20 Thoughts on “Buchbesprechung: Rockabella von Gretchen Hirsch

  1. Danke für Deine Rezension, sie deckt sich mit Meiner. Ich habe das Buch seit letztem Jahr im Schrank. Ich habe keine historisch korrekte Vintage Mode erwartet. Die Schnitte sind doch sehr modern. Für mich reicht es für ein „ganz nett“. Bei mir hat hier glaube ich das „Habenwollen“ zugeschlagen, nun steht es im Schrank. Vielleicht probier ich aber tatsächlich irgendwann einen Schnitt.

    *wink*
    Anja

  2. oh nein! du hast es angenommen?
    ich habe es abgelehnt wie viele Blogger auch.
    das buch genauer gesagt Konstruktionen und Passform sind so fehlerhaft,dass ich kein gutes haar dran lassen könnte.
    die sewalong mit dem kostüm hat es gezigt.
    aber nach dem ich beim verlagt das abgelehnt habe, bekam ich 3 tolle andere bücher, über die ich eine Rezension schreiben könnte.die sind wirklich alle 3 wert.
    gerie’s buch kann ich jedem, insbesonderen Anfänger und den,die sich mit passformprobleme nicht auskennen nur abraten..

    • Ich habe es angenommen, Julia, weil mich das Buch interessiert hat. Hohe Erwartungen daran hatte ich nicht, aber ich finde es eben auch interessant zu sehen, welche Entwicklung so manche Bloggerin durchmacht und wie schnell sich die Leute selbst überschätzen. Aber das wird wohl von vielen so gar nicht wahrgenommen, Gertie hat ja eine riesige Fangemeinde, die alles völlig unkritisch gut findet. Die nächste Kandidatin wird wohl „Tilly and the Buttons“ sein, die selber keine gerade Naht nähen kann, aber Schnittmuster und demnächst auch noch ein Buch auf den Markt bringt. Das Internet macht vieles möglich 🙂

      Andererseits ist das ja auch gar nicht so schlecht, denn dadurch werden eben auch die etablierten Firmen ein bisschen aufgerüttelt. Wenn es plötzlich Alternativen gibt, kann man sich nicht mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen und muss sich was einfallen lassen.

      Das mit den Passformproblemen sehe ich nicht ganz so kritisch, die hat man doch eigentlich bei jedem Schnitt, es sei denn, man hat ihn für sich selbst entwickelt. Viele Leute sind z.B. sehr glücklich mit den Burdaschnitten, ich persönlich kann die für mich überhaupt nicht leiden.

      Und beim Kostüm-Sewalong kam ja auch noch hinzu, dass die meisten Leute beim Nähen der Jacke schon bei der Nähtechnik total überfordert waren und sich über eventuelle Schnittanpassungen gar keine Gedanken mehr gemacht haben.

      Du bist sicherlich jemand, der die Dinge sehr viel kritischer sieht als die meisten Leute, du bist ja auch bei deinen eigenen Werken gnadenlos zu dir selbst insofern wundert es ich nicht, dass das kein Buch für dich wäre 🙂

      Aber wie gesagt, das Buch interessierte mich also habe ich die Rezension gemacht und meine Meinung dazu steht oben 🙂

      • ich habe das buch fast zu anfang gekauft,bevor die Erfahrungen da waren(im sinne , ich konnte sehen,was da raus kommt).wenn bei allen ,egal welche Figur man hat die gleiche Probleme raus kommen,dann ist das kosntruktionsproblem und nicht die Passform an der Figur.
        aber viel lustiger fand ich,dass viele darpber berichtete(teileweise erfahrene hobbyschneiderinen),dass die tiele, die zusammen passen sollten(wie z.b. Oberteil und unterteil an der taillennaht oder an der Seitennaht) überhaupt nicht passen:-)
        ich finde, alle mit ausname von sewaholic schießemn sich mit ihren bücher und schnitten ab. nicht wegen der Qualität, sondern wegen der Kommerz und marketing,die sie permanent betreiben müssen.das macht die Blogs langweilig und ätzend.
        meinst du wirklich,dass dass gertie&co die firmen aufrütteln können? bei manchen wünsche ich mir das in der tat.was die Burda betrifft- sie haben seit ca.1jahr nicht nur modelleangebot verbessert, sie haben auch die schnitte geändert.die meisten passen auf anhieb, das gab seit den 90-er nicht mehr.

        • apropos unkritische gemeinde….
          hast du schon mal probiert einem Amerikaner etwas in Richtung „ich stelle es mal in frage“ zu sagen?:-))))geschweige von Kritik.
          mach mal:-)) das ist eine sehr interessante Erfahrung:-)

          • Interessant ist gut, da muss man wohl Nerven wie Stahlseile haben …
            Kritik??? Da soll was nicht stimmen??? Kann ja gar nicht sein, dann wäre ja irgendetwas mal nicht adorable, fantastic, gorgeous. Da knüppeln wir lieber die mit der falschen Meinung nieder!

  3. zum vogue & Co:
    man nimmt nicht die grösse , die auf dem umschlag steht, sondern zu deinen massen passend ist. das steht im Bereich Brust/Taille/hüfte/ärmelumfang im schnitt selbst.
    wenn man die masse vom um schlag nimmt, landet(so meine Erfahrung bei den,die fehler gemacht haben) immer 2 grössen Differenz.

  4. Du hast absolut recht, aber das ist ja genau mein Kritikpunkt, denn wenn diese Tabellen nicht stimmen, dann sollte man sie lieber gar nicht abdrucken. So muss jede Anfängerin erstmal bitteres Lehrgeld bezahlen, bis sie kapiert hat, dass man mit selber messen besser fährt. So wird den Leuten vorgegaukelt, dass ja alles ganz einfach ist und nachher ist man enttäuscht, wenn man einen Labbersack genäht hat.

    • Das hinterlistige ist ja auch, dass die echten Maße erst zu erlesen sind, wenn man den Schnitt gekauft und aufgefaltet hast. Und wenn du dann die nächskleinere Größe brauchst, dann ist die gerne in dem Umschlag, den du nicht gekauft hast.

      Du solltest die Rezension noch in Englisch abdrucken … mal sehen, ob es Reaktionen von Gerties großem Freundeskreis gibt 😀

  5. Danke für die Rezension.
    Und das mit den unklaren Grössenangaben hat mich auch bereits zur Weissglut getrieben. Habe nämlich Ewigkeiten gebraucht um herauszufinden, welche Grössen in dem Buch sind. Interessanterweise muss diese Info dazu noch falsch gewesen sein, denn 32 sollte mir dann doch nicht zu gross sein (ich war der festen Überzeugung, dass die Schnitte eine Nummer zu gross für mich anfangen würden, also 3638). Das war einer der Gründe, weshalb ich es nicht gekauft habe. Der zweite war dann, dass die Schnitte mir alle zu normal und modern waren, um das Buch als wertvolle Quelle für gut bearbeitete Vintage-Schnitte zu nehmen, aber mich auch als moderne Schnitte nicht überzeugen konnte, dafür war mir Passform und Ausarbeitung dann doch irgendwie nicht gut genug (das, was ich so von den Modellen beim Durchblättern gesehen hab).
    Naja, mein Fazit, ich hab es nicht und ich vermiss es nicht.
    Und noch mehr aufregen als „Mandy’s Sonnenstudio“ könnte ich mich über „Mandy´s Sonnenstudio“ Ich bin für eine grossangelegte Informationskampagne, welcher den Leuten den Unterschied zwischen einem Apostroph und einem Akzent beibringt.

  6. Dodosbeads on 27. Februar 2014 at 22:54 said:

    Tolle Kritik ! Ich stimme Dir in ziemlich allen Punkten zu . Ich hab die englische Version ziemlich schnell nach Erscheinen gekauft , weil ich so superneugierig war. Ich hab das Coat Dress probiert – es war ein Monster . Ich hab genau wie Du bei den Fotos gedacht , das sitzt doch überhaupt nicht , das kann man doch nicht veröffentlichen . Die Schnittvarianten sind gut . Die “ Couturetechniken “ find ich auch entweder “ nun ja “ oder nicht am rechten Ort angewendet : wenn ich einen glockigen Rock nähe brauche ich wirklich keinen durch Rosshaar verstärkten abstehenden Saum … Allerdings ist der weite Bahnenrock mit der Bogenkante am Bund für mich der Knaller ( aber da muss man sich ja auch nur an der Taillenweite orientieren ) . Weiterer Erfahrungspunkt : Nach Grössentabelle ( aber wie Du schon sagst , sie stimmen einfach alle nicht ) würde ich locker die 10 oder 12 brauchen : Ich hab die Jacke von Frau Kirsche probieren dürfen , das war Gr 6 , und sie passte recht gut …verbucht unter : frau lernt nie aus
    LG Dodo

  7. Die Größentabellen von Schnittmustern passen auf die meisten Frauen genauso wenig wie die Konfektionsgrößen bei Kaufkleidung. Ich glaube, da steckt entweder die Diätindustrie dahinter, damit wir Frauen uns zu dick fühlen, ins Fitnessstudio rennen, Slim Fast trinken, Frauenzeitschriften mit der neuen Frühjahrsdiät kaufen, fettreduzierende Cremes kaufen und uns mit genoppten Rollern täglich die Schenkel massieren. Oder eine (Männer-)Verschwörung, die uns von den wirklich wichtigen Themen fern halten will.

    Es ist doch auch frech, einfach die amerikanischen Größen eins zu eins in deutsche Größen umzubenennen. Schon allein, weil US-Größen in inch gemessen werden, sind die Abstände zwischen den einzelnen Größen anders als bei den deutschen bzw. EU-Größen. Beispiel: Die US-Größen steigt der Brustumfang mit jeder Kleidergröße immer um 2 inches, also 5,08 cm. Bei deutschen Größen unterscheiden sich die Größen von 34 bis 44 um jeweils 4 cm in der Oberweite, dann um 5 cm für die Größen 44, 46 und 48 und um 6 cm bei den Größen 48, 50, 52 und 54. Unser deutsches System ist schon nicht linear! Die deutsche 40 entspricht vielleicht etwa einer US-Größe 8. Aber darüber und darunter kann man die Größen nicht einfach so umbenennen wegen der unterschiedlichen Abstufungen.
    Wer nachlesen mag, findet hier die Tabellen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Konfektionsgröße
    http://en.wikipedia.org/wiki/Clothing_sizes

    Liebe Grüße,
    Henriette

  8. was ich noch sagen möchte..
    ich weiß nciht,ob du bei mir damals zu meinen rockexperimenten vorbeigeschaut hast… damals, also 50-er hat man bis zu 8 cm bequemlichkeitszugabe um die hüfte planmäßig verteilt hat,ohne dass sie jemanden auffiel. in meinem experiment habe ich 4 cm mehr. das sieht man gar nicht,weil die linie von der hüfte zur taille ganz anderen bogen hat.das steht bei mir im text drin. daher.. sind vielelicht 12 viel aber nicht arg viel, die dienen der silhouette.

  9. Ich muss ehrlich sagen, das ich diese Größenunterschiede nicht habe. Bei Vogue brauche ich nach deren Angabe eine Größe 16 und je nach Schnitt, muss ich maximal eine Grösse kleiner haben, oft passt 16 aber auch gut. Anpassungen muss ich eh an der Schulterbreite, oberen Rücken etc. vornehmen. Ich habe oft das Gefühl, wenn ich mir die Fotos von genähten Sachen so anschaue, das eine oder zwei Nummern zu klein gewählt worden ist … Ich komme auch in eine Größe 38 rein, nur sieht das dann nicht so prickelnd aus, wenn man eigentlich 42 hat 😉
    Was die Buchbesprechung angeht, ich kann Dir nur zustimmen. Ich hatte mir die englische Version gleich nach dem Erscheinen besorgt und umgehend zurück geschickt. Nett aufgemacht, aber wenn die gezeigten Modelle schon auf den Fotos nicht sitzen, brauche ich so ein Buch nicht. Couture Nähtechniken werden in anderen Büchern besser und ausführlicher gezeigt.

  10. Danke!!!!Danke für die Fotos. Ich bin so froh, daß ich das Buch nicht gekauft habe. Ich finde die Bilder schrecklich. Und die Verarbeitung auch. Ich habe so lange damit geliebäugelt. Das ist wirklich nur cheap and dirty. Booh Ems Verlag.

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