Hier nochmal die bemasste Schemazeichnung zur Erinnerung.

Für den Ärmel bis zum Beginn der Kugel können wir genauso rechnen, wie beim Rumpf. Das Bündchen soll 1.75 Inch, also 4,5 cm lang werden und ich muss ergo auf J = 12 cm – 4.5 cm Bündchen = 7.5 cm Länge (= ca. 30 Reihen) 42 cm – 28 cm  = 14 cm (= 40 Maschen) zunehmen (118 Ma gesamt) , also 20 Maschen auf jeder Seite, verteilt auf 30 Reihen ist etwas doof, also nehme ich in jeder Reihe zu und stricke dann die letzten 10 Reihen gerade hoch.

Dann kommt die Armkugel.

Schauen wir uns erstmal das Original an:

Unterhalb der Armkugel sind 88 Ma auf der Nadel, dann wird wie folgt abgenommen:

Dec. 1 st. at both ends of every alternate row until 68 sts. remain. Then dec. 1 st. at both ends of every row until 36 sts. remain, then on every alternate row until 28 sts. remain. Cast off.

Ganz grob gesehen wird ein Drittel der Maschen in jeder zweiten Reihe abgenommen, ein Drittel in jeder Reihe und das restliche Drittel wird oben abgekettet.

Wenn ich das so machen möchte, würde ich also 40 Maschen (20 auf jeder Seite) in jeder 2. Reihe (das entspricht 40 Reihen ca. 10 cm) und 40 Ma (20 auf jeder Seite) in jeder Reihe (20 Reihen ca. 6 cm) abnehmen und hätte eine Armkugelhöhe von 15 cm. So wird das also nichts, denn ich brauche eine viel höhere Armkugel.

Bevor ich hier weiter ins Detail gehe empfehle ich die Lektüre der beiden folgenden Quellen, damit ich hier nicht so weit ausholen muss:

1. Für eine gerundete Armkugel (die zu dem gerundeten Armloch passt) lest in Tichiros pdf nach, hier sind alle Rechenschritte übersichtlich dargestellt.

2. Für eine schräge Armkugel empfehle ich Tashas sehr ausführlichen Beitrag in ihrem Vintage Sweater Knitalong. Klick aufs Bild bringt euch zum Beitrag.

Für unsere Originalarmkugel müssen wir also die benötigte Höhe ausrechnen. Wir messen den gesamten Umfang des Armlochs, bei mir sind das 85 cm. Das ist der „Kreis“ der Armkugel. Der Radius entspricht der Höhe der halben Kugel, das ist ja genau das was ich wissen will also 85 cm / Pi (3,14) = 27 cm. Da die Armkugel immer etwas grösser sein sollte, als das Armloch, geben wir noch 10% zu, also haben wir eine Höhe von 30 cm. Nach der Originalanleitung muss 1/3 der Maschen auf 2/3 der Höhe weg, und ein weiteres Drittel auf dem restlichen Drittel der Höhe. Also muss ich 40 Maschen (20 auf jeder Seite) auf 20 cm (= 56 Reihen) loswerden -> ich mache es mir einfach und nehme einfach in jeder 3. Reihe auf jeder Seite eine Masche ab. Das werden 3 Reihen mehr, aber das fällt nicht ins Gewicht. Die restlichen 40 Maschen (20 auf jeder Seite) müssen auf 10 cm = 28 Reihen weg. Mit den 10% Zugabe und den 3 zusätlichen Reihen sollte genügend Spielraum vorhanden sein, dass wir bedenkenlos in jeder Reihe abnehmen können. Die übirgen 38 Maschen werden dann am Stück abgekettet.

Ansonsten könnt ihr auch einfach nach Tichiros Anleitung für die gerundete Armkugel vorgehen, die passt vor allem dann gut, wenn ihr auch ein gerundetes Armloch gemacht habt.

Was mir generell bei den Armkugeln auffällt, ist, dass in den deutschen Anleitungen auch in den 30er- und 40er-Jahren immer richtige Rundungen gearbeitet wurden, während die englischen, amerikanischen und australischen Anleitungen ganz oft diese geschrägten Armkugeln haben, wie oben gezeigt. Ich persönlich glaube, dass die gerundeten besser sitzen und entscheide mich daher immer für diese Variante, egal wie das Armloch auch immer in der Anleitung beschrieben ist.

Wenn ihr Puffärmel wollt, gibt es drei  Möglichkeiten:

1. Den Ärmel generell weiter stricken

Das ist für mich eher die 80er-Variante und ergibt diese keulenartigen Riesenpuffärmel.

2. Die Armkugel länger stricken

Das ist eher typisch für die 40er, ich habe das in diesem Beitrag hier schon einmal beschrieben. Das Ergebnis ist eher eine betonte Schulterpartie, an der Kugel der Ärmel selbst wird nicht weiter sein als ein Eingepasster. Leider ist in der alten Anleitung nicht angegeben, um wieviel Prozent die Armkugel länger werden soll, aber wenn ich mir die beiden Bilder hier anschaue …

Normaler Ärmel:

Puffärmel

… dann sind das doppelt soviele Kästchen beim Puffärmel, d.h. ihr würdet die benötigte Kugelhöhe verdoppeln und dann die Armkugel ausrechnen. Kommt mir etwas viel vor, ehrlich gesagt. Ich habe bei meinem Puffärmeln bisher immer anstelle der 10% Zugabe 20-25% genommen und das reicht für meinen Geschmack.

3. Oben mehr Maschen zum Abketten stehen lassen

Das ist eigentlich eine Variante von 2., denn auch hier auch die Armkugel automatisch länger, denn ich muss ja die Höhe auf weniger Abnahmemaschen verteilen.

Oder eine Kombination aus 1 und 2, den Ärmel etwas weiter machen und die Kugel etwas länger … je nach Modell und gewünschtem Ergebnis sind die Übergänge hier fliessend.

 

So, fertig mit Rechnen, jetzt dürft ihr endlich an Nadeln.

MEIN Victory-Pulli ist schon lange fertig … und so der Fotogott es will, gibt es den morgen hier zu sehen.

Dieses Tutorial ist aber noch nicht ganz fertig, ich werde demnächst noch ein bisschen über das Nachstricken von Modellen philosophieren, für die man überhaupt keine Anleitung hat. Aber jetzt habt ihr ja erstmal zu tun 🙂

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