Vor einiger Zeit habe ich mich in die schönen langen Farbverläufe der Schoppel Zauberbälle verliebt und musste unbedingt gleich welche kaufen. Blöderweise habe ich aber nicht richtig aufgepasst und aus Versehen den Laceball geordert, eigentlich wollte ich ja was in Fingering-Stärke. Aber nun waren die Bällchen schon mal da, also muss man ja was draus machen. Ich habe allerdings nichts gefunden, was mich spontan angesprochen hat, die meisten Tücher aus Lacegarn sind mit sehr verspielten Spiztenmustern, darauf hatte ich irgendwie keine Lust.

Also muss man sich halt selber was ausdenken, wozu ist man schliesslich Strickdesignerin? Schnell die anderen beiden Eigendesigns weglegen bei denen momentan ohnehin ein bisschen die Luft raus ist und an einem Lacetuch frickeln. Und da ich auch schon länger mit einem halbkreisförmigen Tuch liebäugle, war gleich klar, wie die Form aussehen sollte. Halbrund, Spitze, ein bisschen Romantik, aber nicht zu kitschig … voilà, hier ist der „Sundowner“.

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Der Name ist inspiriert von dem Laceball-Farbverlauf  „Heisses Eisen“, der mich an einen Sonnenuntergang erinnert und ich stellte ich mir so vor auf einer Terasse am Mittelmeer zu sitzen, einen leckeren Cocktail schlürfen und dann gegen die hereinbrechende Abendkühle das schöne weiche Spitzentuch um die Schultern legen … das wäre jetzt nicht schlecht, oder?

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Im Hauptteil wechseln sich glatt rechts gestrickte Passagen mit einem einfach zu arbeitenden Lacemuster ab. Sie bringen den langen Farbverlauf wunderbar zur Geltung.

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Und dann noch ein leicht verspielter Abschluss aus weicher Merinowolle in Ecru und eine Picot-Kante, wie findet ihr’s?

Die Anleitung für den Sundowner geht in einigen Tagen in die Testphase, falls ihr Interesse habt, mitzumachen, schaut in meiner Ravelry-Gruppe, auf dem LanaCabana-Blog, auf der Facebook-Seite oder auf Instagram.

Heute nur mit 2 schnellen Bildern aus der Ferne, ich bin nämlich im Urlaub in Thailand und habe keine Lust auf lange Romane. Auch wenn zuause das Wetter noch nicht für Sommerkleider taugt, hier ist es richtig kuschlig warm, wie man an meinem aufgequollenen Gesicht sieht. Ich weiss nicht, wie es Frauen gelingt, in dieser Dampfkochtopfatmosphäre hier frisch und schön auszusehen, ich bin irgendwie immer schwitzig und klebrig. Aber das ist mir egal, ich fühle mich trotzdem wohl hier und wir erholen uns ausgezeichnet. Und ich kann im März schon meine Hawaiikleider ausführen, das ist doch auch was. Beide Stoffe habe ich übrigens letzte Sommer bei Stoff & Stil in Halstenbek gekauft.

Die Schuhe sind auch nicht grade meine erste Wahl, aber bei der Hitze kriege ich praktisch in allen Schuhen sofort Blasen und Schläppchen sind die einzigen, in denen ich laufen kann.

Thai-Hawaiikleid Nummer 1 wurde letzten Sommer schon genäht, nach meinem bewährten Wickelkleidschnitt aus Tanyy Whelans „Kleider nähen“-Buch.

Und hier noch Thai-Hawaiikleid Nr. 2, mit etwas schlechtem Kontrast zum Hintergrund, fast schon ein Camouflage-Kleid 🙂 … und von den Details sieht man leider auch nicht viel.

Kleid Nr. 2 ist nach einem Original-Vintagschnitt, den ich leider nicht für ein Foto zu Hand habe, aber er ist fast identisch mit dem Butterick 5880 Repro-Schnitt, nur das das Oberteil ein Fake-Wickelteil ist und nicht diese Einschnitte am Ausschnitt hat:

Einen schönen Rest-Mittwoch wünsche ich euch, hier geht es zu den anderen Me-Made-Damen.

 

Im Laufe der letzten beiden Jahre habe ich eine kleine Wickelkleid-Obsession entwickelt. Früher hatte ich immer Panik, dass die Bindebänder aufgehen könnten und ich im Freien stehe, aber meine liebe Freundin TaylorMaid hat mich überzeugt, dass Wickelkleider genial sind. Ich habe mir meinen eigenen Schnitt gebastelt nach dem Buch „Kleider nähen“ von Tanya Whelan (übrigens ein wirklich ergiebiges Buch, wenn man gerne Kleider trägt) und in mehreren Durchgängen angepasst, dank der freundlichen und geduldigen Hilfe von Andrea von Michou à la Mode.

Ich glaube, ich habe bestimmt ein halbes Jahr lang überhaupt nichts anderes genäht als Wickelteile und mittlerweile habe ich den halben Schrank voll davon. Sie sind einfach zu nähen, machen eine gute Figur und sind superbequem. Heute habe ich ein Wickeloberteil nach demselben Schnitt an – einfach den Rock zum Schößchen gekürzt und fertig ist die Bluse. Der Stoff ist ein petrolfarbener Boucléjersey, verziert mit kleinen Pailetten.

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Sorgloserweise hatte ich nur 1,50 m von dem Stoff gekauft und dann festgestellt, dass das bei einem Wickeltop nicht für lange Ärmel reicht, die Vorderteile überlappen ja und man braucht also mehr Stoff als für eine normale Bluse. Was ich eigentlich weiß, aber naja, manchmal ist man halt doof.

Also eben nur Dreiviertelärmel, ist ja auch ganz hübsch. Hier nochmal etwas detaillierter, hier sieht man den Stoff besser:

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Solche Schößchenblusen sehen am besten zu schmalen Röcken oder zu Jeans aus, finde ich. Der Rock hier ist ein Strickrock aus der Flohmarkthalle und unglaublich bequem – ein Strickschlauch mit Gummizug, das ist praktisch die Jogginghose unter den Röcken.

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Und dazu rote Wedges von Deichmann und die schöne Fakelite-Herzbrosche von The Pink Bungaloo. Auf dem Kopf ein Stück Strickstoff, mein Ich-bin-zu-faul-mir-die-Haare-zu-machen-Workaround. Petrol mit Rot ist eine meiner Lieblingsfarbkombis, übrigens 😀

 

Ach ja, Weltfrauentag, beinahe hätte ich’s vergessen … ich habe mir neulich auch so einen Pink Pussy Hat gestrickt. Stehen tut er mir nicht, aber gibt gut warm und naja … es geht ja nicht immer nur um die Schönheit. Ich habe ihn trotzdem gerne getragen solange es kalt war. Das Foto entstand einen Tag nach Trumps Wahlsieg, das erklärt den Gesichtsausdruck 😀


Und nun guckt auch bei den anderen Me-Made-Mädels vorbei.

 

 

Heute wird’s bunt!

Seit über einem Jahr bin ich schon ein großer Fan der Modelle von Stephen West (Westknits). Obwohl es eher Liebe auf den dritten Blick war, denn am Anfang fand ich seine Designs viel zu schrill und schräg und konnte damit gar nichts anfangen. Dann habe ich trotzdem (warum auch immer) den vorletzten Mystery Knitalong von ihm mitgemacht – „The Doodler“.  Und seitdem ist es um mich geschehen, ich bin Westknits-süchtig. Ich bin nur noch begeistert, sowohl von seinen Anleitungen, als auch von ihm selbst, er ist einfach ein Herzchen 😀 . Ich habe auf Craftsy seinen „Shawlscapes“-Kurs belegt, da kann man den Meister in Aktion erleben, sehr unterhaltsam. Aber vor allen Dingen lehrreich, wenn man grundlegende Dinge über die Konstruktion von Stricktüchern lernen möchte.

Jedes Modell, das ich bisher von ihm gestrickt habe war ein Riesenspaß, anders kann man es nicht sagen. Er verwendet immer interessante Techniken und ungewöhnliche, neue Designelemente und das Stricken wird nie langweilig.

Mittlerweile habe ich tatsächlich schon fünf Tücher von ihm gestrickt und ich liebe sie alle heiss und innig. Ein Klick auf die Bilder bringt euch jeweils zu den Ravelry-Projekten

The Doodler

Meine Westknits-Einstiegsdroge. Leider habe ich ein etwas zu dünnes Garn und zu dünne Nadeln gewählt, so dass es eher ein „Doodlerchen“ geworden ist. Schade, ich habe ja eigentlich lieber große Tücher. Aber ich mag es trotzdem.

Techniken: verkürzte Reihen, Verzopfung über viele Maschen, Richtungswechsel beim Stricken

Exploration Station

Meine erste Berührung mit „Brioche“, bei uns auch als Patentmuster bekannt.

Techniken: verkürzte Reihen, Hebemaschen, zweifarbiges Patent

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Hier der Brioche-/Patentstreifen von vorne und hinten:

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Striped Esjan

Ein schönes, großes Tuch, das man dramatisch drapieren kann. Ich habe verschiedene Sockengarne in Lila- und Pinktönen mit Ecru und Anthrazit kombiniert und es ist eines meiner derzeitigen Lieblingstücher, obwohl hier keine grossartig spektakulären Techniken verwendet werden, veilleicht mal abgesehen von den grossen Löchern am Rand, die durch mehrere Umschläge entstehen.

Samen

Eigentlich fand ich das Modell immer langweilig und habe mich gewundert, warum es so beliebt ist. Aber je mehr Westknits-Zeug ich gestrickt habe umso interessanter wurde der „Samen“ für mich und schliesslich musste ich ihn doch haben und nun weiss ich, warum ihn alle so toll finden. Er ist momentan mein absolutes, ultimatives Lieblingstuch. Der Samen wird aus doppelt gehaltenem Lacegarn gestrickt, immer zwei Farben kombiniert und dadurch entstehen tolle Effekte. Ich habe Malabrigo Lace verwendet und das Garn ist ein Traum. Es gibt so viele Farben zur Auswahl, dass ich mehrere Tage gebraucht habe, um meine „perfekte“ Kombination zu finden. Und das Garn ist kuschelweich und flauschig – das findet auch meine Katzenprinzessin.

Techniken: Verkürzte Reihen

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Marled Magic

Der aktuelle Mystery-Knitalong  ist auch wieder ein stricktechnischer Hochgenuss. Wie schon beim Samen werden auch hier zwei verschiedene Garne zusammen gehalten, diesmal allerdings Fingering-Stärke (also z.B. Sockengarn). Man kann prima Garnreste verwerten. Ich habe mich für eine kunterbunte Regenbogenvariante entschieden, einfach alle Knallfarben, die ich im Lager habe kommen zum Einsatz.

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Am letzten Freitag wurde Clue 1 veröffentlicht und am Sonntag abend war ich schon fertig damit, man kann das Strickzeug nicht weglegen, weil man immer schon die nächste Farbkombination plant und dann unbedingt sehen muss, wie diese aussieht und dann überlegt man schon wieder, welche Farbe man als nächstes dazunimmt …. und schwupps ist es drei Uhr nachts und man kriegt mal wieder keinen Schlaf 😀

Section 1 wird hier auf Kuscheligkeit geprüft

Den Farbverlauf in der ersten Sektion nennt Stephen West „Steady Marl“, d.h. es wird ein Garn kontinuierlich verwendet, und alle paar Reihen wird das zweite Garn gewechselt. Da ich als kontinuierliches Garn ein Print-Sockengarn verwendet habe, ist der „Steady“-Effekt bei mir eher untergegangen, dafür wurde es schön bunt.

Section 2 mit „Faded Marl“

Hier wird immer nur eine der beiden Farben gewechselt, immer fortlaufend, also z.B.
Streifen 1: Rot und Beige
Streifen 2: Beige und Gelb
Streifen 3: Gelb und Grün
Streifen 4: Grün und Blau
Streifen 5: Blau und …

Als Effekt ergibt sich dann eine Art Farbverlauf – bei mir natürlich wieder in leuchtenden Regenbogenfarben.

Ich bin schon wieder total verliebt in mein neues Westknits-Projekt, auch wenn das vermutlich ein riesengrosses und sehr schweres Tuch werden wird und ich gar nicht weiss, ob es überhaupt tragbar ist, aber alleine wegen dem Strickspass hat es sich für mich schon gelohnt. Und ich freue mich schon auf den Freitag, wenn Clue rauskommt 😀

 

 

 

Ich habe mir ja vorgenommen, nach und nach endlich ALLE meine Fertigschnitte mindestens einmal zu nähen – damit werde ich noch ein paar Tage beschäftigt sein 😀 . Wie neulich schon gepostet, stand Simplicity 8050 ziemlich oben auf meiner Nähliste und ich habe am Sonntag hochmotiviert losgelegt. Das ganze artete aber in eine mittlere Katastrophe aus und meine Nählust ist gerade ziemlich im Keller.

Vorneweg und zur Ehrenrettung des Schnittes muss ich sagen, dass mir das Modell wirklich gut gefällt. Für einige der im Folgenden beschriebenen Desaster kann der Schnitt auch gar nichts und vielleicht werde ich nach einiger Zeit ja etwas freundlichere Gedanken hegen. Aber lest selbst:

Die Planung

Wie ich schon geschrieben hatte, wollte ich View A (das grüne auf dem Bild) mit kurzen Ärmeln nähen und die seitlichen Vorderteile und den Kragen mit blauer Paspel absetzen.

DSC01683Die Realität

In der Anleitung ist keine Paspel sondern eine Borte vorgeschrieben, die nachträglich aufgenäht wird. Pah, was wissen die schon, ich mache eine Paspel! Äh ja, ok. Drei Stunden später trenne ich die Nähe wieder auf und die Paspel wieder ab. Es ist mir beim besten Willen nicht gelungen, diese spitzen Ecken unten an den Vorderteilen so hinzukriegen, dass es ordentlich aussah und die geschwungene Prinzessnaht mit integriertetr Paspel sah scheiße aus war suboptimal, also musste ich zähneknirschend einsehen, dass sich die Simplicity-Designer vielleicht DOCH was dabei gedacht haben, als sie die Borte empfahlen.

Die Borte

Auf jeden Fall wollte ich blau/weiss haben, zu Rot sieht das ja immer schön aus. Im Lager habe ich zwei weisse Borten und eine Rolle blaues Bändchengarn gefunden und ein bisschen rumprobiert:IMG_20170305_142511    IMG_20170305_142502Nach einstimmigem Ergebnis einer Meinungsumfrage bei meinen Facebook-Nähfreundinnen habe ich mich für die untere Variante mit dem blauen Bändchen in der Mitte entschieden und die Borte erstmal vorbereitet. Für meinen Schnellnäher habe ich mir zu Weihnachten ein superschmales Reissverschlußfüßchen gegönnt und mit dem ging das Aufnähen ruck-zuck. Alternativ kann man natürlich auch einen Bandannähfuß verwenden, aber mit dem Schnellnäher geht es auch ohne Hilfsmittel. Ach, ich liebe das Maschinchen täglich mehr, meine „normale“ Brother setzt hier schon Rost an, weil sie praktisch nur noch Knopflöcher machen darf.IMG_20170305_155855

Die zweite Katastrophe

Ohne Paspeln liessen sich die seitlichen Vorderteile übrigens wunderbar einsetzen und die Borte war dann auch schnell angenäht.
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Sieht super aus. Euphorisch machte ich mich daran, Vorder- und Rückenteil zusammenzunähen. Ich drehte das Vorderteil auf die linke Seite und …IMG_20170305_161905
WAAAA! Ich hatte offenbar den weissen Faden nicht richtig eingefädelt und es haben sich riesige Schlingen auf der Rückseite gebildet.  Also alles wieder abtrennen, noch eine Stunde überflüssige Arbeit, die man sich hätte sparen können, seufz. Hier Flüche und Kraftausdrücke nach Wahl einsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich irgendwie nicht mehr so richtig viel Spass am Nähen, aber ich wollte ja wenigstens so weit kommen, dass ich das Kleid mal anprobieren konnte.

Die erste Anprobe

Ich habe mich zähneknirschend noch soweit durchgebissen, dass nun die Schulter- und Längsnähte geschlossen sind und ich das Kleid probieren konnte. Das Positive: es sitzt richtig gut. Das nicht ganz so Positive: der Ausschnitt ist riesig. Das Kleid wird mit Schlingen vorne in der Mitte geschlossen (übrigens auch eine elende Frickelei 🙁 ) und darunter liegt ein Untertritt. Und diese „Knopfleiste“ endet bei mir ca. 4 cm unterhalb des Brustansatzes, oder anders gesagt: die halben Möppis hängen raus. Also Leute: das soll ein 40er-Repro-Schnitt sein, das geht gar nicht. Ich darf nun also WIEDER trennen, nämlich den Untertritt abtrennen, noch 2-3 Schlingen mehr oben anbringen und einen längeren Untertritt dranbasteln. Ob das mit dem Kragen überhaupt geht, muss ich erst noch anschauen, kann sein, dass ich den auch etwas zurechtschneiden muss, der geht ja direkt oberhalb der Knopfschlingen nach aussen, da bringe ich gar keine zusätzlichen Verschlüsse unter.2017-03-06_10-44-21

Der Stand der Dinge

Nachdem ich nun eine Nacht drüber geschlafen habe, geht es mir schon wieder etwas besser und ich bin trotz alledem zuversichtlich, dass doch noch ein schönes Kleid aus dem elenden Lappen wird. Der erste grobe Eindruck auf der Puppe ist auf jeden Fall sehr gut und die Passform stimmt ja auch. Ich muss jetzt halt einfach in den sauren Apfel beissen und die notwendigen Änderungen noch durchziehen, auch wenn’s nervt. Eventuell mache ich die Knopfschlingen alle nochmal ab und mache sie aus rotem Bändchen – eigentlich sollten die aus einem schräggeschnittenen Stoffstreifen gemacht werden, aber NOCH mehr Frickelei, nein danke!IMG_20170305_171401

 

Es gibt Sachen beim Nähen, die mir immer einfach zu lange dauern. Dazu gehört neben dem Aufkleben von Einlagen vor allem das Markieren von Abnähern. Irgendwie ist mit das immer zu langwierig mit Kreidepapier zu arbeiten, vom Durchheften ganz zu schweigen. Für meine Alltagsnäherei habe ich mir daher eine schnellere Methode überlegt, die sich gut bewährt hat.

Ich arbeite meistens mit Schnitten auf durchsichtiger Malerfolie, das finde ich am praktischsten, da die Folie stabiler ist, als Schnittpapier. Bei meiner Abnähertechnik wird der Schnitt über eine Stecknadel gefaltet, da reisst das Papier nach ein- oder zweimal leicht ein, aber der Folie macht das gar nichts aus.

Als erstes lege ich das Schnittmuster passgenau auf den Stoff…

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… und markiere dann die unteren Enden des Abnähers durch Einknipsen mit der Schere.

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Dann steche ich eine Stecknadel ganz knapp oberhalb der Abnäherspitze ein (durch die Folie und den Stoff).

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Über diese Nadel falte ich den Folienschnitt nun zurück, so dass der Stoff offen liegt. Man kann die Position der Abnäherspitze gut erkennen.

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Nun kann man ein Lineal zwischen Abnäherspitze und einem der eingeknipsten Abnäherenden anlegen und mit Kreide die Linie einzeichnen.

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Ebenso das andere „Beinchen“ des Abnähers. Natürlich muss man beim Zeichnen aufpassen, dass man den Stoff nicht verzieht.

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Voilà, fertig ist ein wunderbarer Abnäher und das Ganze dauert nur ein paar Minuten.

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So. Seit dem 23.12.2016 ist unser Dorf nun offiziell auch in der modernen Welt angekommen und wir haben Breitband-Internet. Das heisst, dass ich die Ausrede, dass das bloggen so lange dauert, weil das Internet so langsam ist, nicht mehr anwenden kann, ich muss wir was anderes überlegen. Netflix, Amazon Prime … o je, die Versuchungen!

Tatsächlich habe ich mir aber vorgenommen, wieder regelmässiger zu bloggen und tatsächlich geht es jetzt auch viel einfacher, wenn man nicht eine halbe Stunde warten muss, bis ein einziges Bild hochgeladen ist.

Wo wir schon bei den guten Vorsätzen sind: ich will auch wieder mehr nähen. Und endlich mal die ganzen Fertigschnitte testen, die bei mir im Schrank schon Schimmel ansetzen. Und Stoffe vernähen … die übliche Neujahrsmotivation, ihr kennt das.

Auf dem Plan steht auf jeden Fall schon mal Simplicity 8050 aus einem roten Viskosestöffchen. Vielleicht View A mit blauen Paspeln? Allerdings ist die Viskose sehr dünn und leicht, ich überlege, ob ich das Kleid nicht lieber kurzärmelig mache.

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Und dann wäre da noch dieser schöne karierte Winterstoff, der gerne ein Kleid werden möchte, passend zur Jahreszeit solle ich wohl besser damit anfangen, also auf geht’s

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Ich hab beim Aufräumen ein unterhaltsames Blättchen aus dem Beyer-Verlag gefunden. Die Idee mit der selbstgemachten Schneiderbüste ist also offenbar auch schon etwas älter, denn die gutgekleidete Frau Fröhlich aus der Siedlung „Sonnenschein“ hat sich wohl schon in den frühen 50ern eine gebastelt.

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Ihr kennt das: man hat mehrere halbfertige Projekte, bei denen man auch genau weiss, was der nächste Schritt ist. Man müsste es einfach nur machen. Stattdessen brennt im Hirn irgendeine Sicherung durch und man fängt was ganz anderes an. Eigentlich … tja … eigentlich sollte die liebe Ingrid nämlich ihrer nächsten Tuchanleitung „Riverrun“ den letzten Schliff geben und sie zum Teststricken ausschreiben. Wäre auch gar nicht mehr viel zu tun, nur noch ein paar Bilder einfügen, alles nochmal gründlich lesen und schon könnte man … doch aus unerklärlichen Gründen wurde ich plötzlich von einem Häkelvirus befallen und kann mich gerade überhaupt nicht mit Stricken beschäftigen.

Obwohl ich eigentlich Häkeln gar nicht so toll finde und immer dachte, ich bin eine Strickerin, bleibt mir weg mit diesem Hakendings. Aber dann habe ich ein Dreieckstuch auf Ravelry gesehen, das es mir angetan hat, und ich musste alles liegen und stehen lassen und loshäkeln – obwohl ich Dreieckstücher eigentlich auch gar nicht so toll finde. Vielleicht stehe ich ja auch schon am Rande des Wahnsinns, wer weiss? Auf jeden Fall wird hier grade gehäkelt.

Und zwar das Tuch „Virus meets Deichspielerei“ nach einer kostenlosen Anleitung von Angie Nelson.

(c) Angela Nelson, source: Ravelry

Ist das nicht schön? Es ist eine Kombination aus zwei anderen kostenlosten Anleitungen: dem „Virustuch“ von Julia Marquardt und der „Deichspielerei“ von  Birgit Reuner. Beide Tücher für sich finde ich jetzt gar nicht so berauschend, aber die Kombination zwischen den sachlichen Streifen und dem verspielten Virus-Streifen hat irgendwie was.

Leider muss ich allerdings sagen, dass die Anleitung nicht sehr gut geschrieben ist. Einige Schritte habe ich nach ihrer Beschreibung überhaupt nicht kapiert und erst nachdem ich mir diverse Bilder von fertigen Tüchern angeschaut habe, habe ich verstanden, wie die Übergänge zwischen den beiden Mustern funktionieren.

Hinzu kommt, dass einige Mädels aus diversen Facebook-Handarbeitsgruppen sich auch in das Tuch verliebt haben und beklagen, dass es nur eine englische Anleitung gibt, also mache ich mal an eine (hofffentlich) bessere Erklärung der Übergänge auf Deutsch.

Hier ist mein leicht modifiziertes und eingedeutsches „VmD“-Tuch:

Ihr braucht für das Tuch die beiden Anleitungen der Ausgangstücher (Links siehe oben). Wer gut nach Häkelschrift arbeiten kann, kommt beim Virustuch sicher am besten mit diesem Bild zurecht.

Begonnen wird mit einer Virussequenz: Reihe 1 bis 9 nach der Häkelschrift arbeiten

9reihenvirus

Übergangsreihe zur Deichspielerei:

ab hier verwende ich rotes Garn

1 LM und 1 FM in die erste Ma, 6 FM in die nächsten 6 Ma

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*3LM, 3 Ma überspringen, 1 FM in den 5er-LM-Bogen der letzten Virusreihe,

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2 LM, 1 FM in den nächsten 5er-LM-Bogen

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3 LM, 3 Ma überspringen, 4 FM in die nächsten 4 Ma (das sind jeweils die mittleren 4 Ma der Stäbchenblöcke*

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von * bis * bis zur Mitte des Tuchs wiederholen

3 LM, 3 Ma überspringen, 1 Stb in die Lücke zwischen die beiden 10er-Stäbchenblocks, 3 LM, 3 Ma auslassen, 4 FM in die nächsten 4 Ma (das sind jeweils die mittleren 4 Ma der Stäbchenblöcke)

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Dann wieder von * bis * wiederholen bis zum letzten Virus-Stäbchenblock, 7 FM, wenden

Dann folgt die erste Reihe der Deichspielerei:

3 LM (anstelle des ersten Stäbchens), 2 weitere Stb in dieselbe Masche arbeiten

deich01

6 Stb *3 Stb in den 3er-LM-Bogen, 1 Stb in die FM, 2 Stb in den 2er-LM-Bogen, 1 Stb in die FM, 3 Stb in den 3er-LM-Bogen, 4 Stb in die 4 FM*

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von * bis * bis zur Mitte des Tuchs wiederholen

4 Stb in den ersten 3er-LM-Bogen, 2 LM, 4 Stb. in den zweiten 3er-Bogen, 4 Stb in die 4 FM

deich03

Dann wieder * bis * bis zum Ende – 4 Stb und 3 Stb in die letzte Ma der 7 FM.

Dann mit Reihe 2-6 der Deichspielerei weitermachen und Reihe 1 bis 6 nochmals wiederholen (ihr endet mit einer Filetreihe, also Stb, LM, Stb, LM usw.)

Hier ist das Ende der Deichspielerei erreicht, ihr seht die beiden Filetreihen am oberen Rand.

filetreihe

Übergang zur nächsten Virussequenz:

Fahrt fort mit Reihe 4 des Virustuchs:

3 LM (= erstes Stb), 10 LM * (ein Filetkästchen auslasssen, 5 LM) 3mal, ein Filetkästchen auslassen, 10 LM *

ubervirus

von * bis * bis zu Mitte des Tuchs arbeiten

ein Filetkästchen auslassen, 10 LM, 1 Stb in die mittleren 2 LM, 10 LM, ein Filetkästchen auslassen

Dann wieder von * bis * bis zum Ende des Tuchs

Das Virusmuster wird 2 mal komplett gearbeitet (Reihen 4 bis 7) und zum Abschluss noch einmal die Reihen 4 und 5, dann geht es wieder los mit der Übergangsreihe zur Deichspielerei.

Wiederholen, bis das Tuch die gewünschte Grösse hat und/oder die Wolle alle ist 🙂

Hier ist der Status meines VmD (die weiss-rote Version war nur für die Fotos, da ich mit dem tatsächlichen Tuch schon weiter war). Das Garn ist Papatya Batik, ein flauschiges, dünnes Garn mit einem schönen langen Farbverlauf. Habe allerdings nur ein Knäuel mit etwas mehr als 500 m, bin mal gespannt, wie weit es reicht.

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Falls ihr euch gefragt habt, warum es hier so lange so ruhig war – ich war leise im Hintergrund beschäftigt. Seit etwa zwei Jahren spiele ich schon mit dem Gedanken, mich als Strickdesignerin zu versuchen und Anfang 2016 war die Entscheidung gefallen: ich mache das!

Und ab dem Zeitpunkt habe ich mich dann wirklich ernsthaft damit auseinandergesetzt, habe einige Modelle entworfen, gestrickt, getrennt, neu gestrickt, Anleitungen geschrieben, wieder verworfen, mir Namen überlegt, Logos gemalt, Blogdesigns ausprobiert,  … und schnell gemerkt: das artet in echte Arbeit aus. Allerdings eine Arbeit, die sehr viel Spass gemacht hat und nun bin ich endlich soweit, dass ich an den Start gehen kann.

Seit dem Wochenende ist mein Designerblog lanacabana.de online und seit einigen Wochen gibt es auch schon mein erstes Design, das Sommertuch Submarine in meinem Ravelry-Store. Weitere Tücher sind bereits in Planung, eines wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Tücher? Echt jetzt? Ja ich weiss, das ist nicht ganz mein übliches Beuteschema, aber Tücher machen eben Spass zu stricken und zu entwerfen und man muss sich nich soviele Gedanken um die Passform machen, daher war es für mich ein idealer Einstieg, bevor ich mich an meine wirkliche Herzensangelegenheit wage.

Denn meine grosse Liebe sind natürlich Vintage-Pullover, Strickjacken und Accessoires und das soll auch der Schwerpunkt meiner Designs werden. Ich will mich an originalen Vorlagen orientieren und Anleitungen für ein breites Grössenspektrum schreiben. Die meisten alten Anleitungen sind ja leider nur in einer einzigen Grösse erhältlich und ich möchte schöne Vintage-Stricksachen auch den üppigeren Damen zugänglich machen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die richtig pfiffigen Designs in grossen Grössen eher selten sind und ich hoffe, ich kann hier Abhilfe schaffen.

Mein ersten Pullöverchen Serenity habe ich im Sommerurlaub fertiggestellt und auch gleich ausgeführt. Dazu trage ich ein Paar weite Shorts, die ich vor dem Urlaub schnell noch zusammengetackert habe. Dafür habe ich den Schnitt für die Boxershorts meines lieben Prinzen etwas verlängert und nach unten aufgedreht, dass eher eine Art Culottes draus wurde. Oben ist einfach ein Gummizug drin. Super easy, schnell genäht und sehr bequem. Im Urlaub kann man ja ausnahmsweise auch mal etwas Sonne an die Beine lassen, auch wenn diese nicht mehr so hübsch wie früher sind.

Serenity

Serenity ist aus dünnem Merinogarn (DROPS Baby Merino) und ich habe in der Abendsonne an der Costa Brava nicht schlecht geschwitzt,  daher auch der süss-saure Gesichtsausdruck. Für den Hochsommer ist sie dann doch etwas zu warm, aber in den kommenden Herbsttagen wird sich hoffentlich viel Gelegenheit bieten, meine neue Schönheit auszführen, sie sieht auch zu langen Hosen gut aus (das war übrigens NOCH wärmer!).

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Pate für Serenity stand dieses Modell aus der Autralian Women’s Weekly von 1935, sie besteht also auch locker jeden Authentizitätstest 🙂

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Derzeit bin ich übrigens noch auf der Suche nach lieben und geduldigen Teststrickerinnen für die Serenity in einigen Grössen. Falls jemand Lust auf einen Teststrick hat meldet euch einfach in meiner frisch eröffneten Ravelry-Gruppe. Die Anleitung gibt es derzeit nur auf Englisch, Übersetzung ist in Planung, aber das wird noch ein paar Tage – äh, Wochen – dauern. Ich finde es irgendwie einfacher, das ganze in Englisch zu schreiben, gerade bei Strickanleitungen kann man sich in Englisch so wunderbar klar und eindeutig ausdrücken, das gelingt mir auf Deutsch leider nicht so gut. Aber ich werde mein Bestes geben.

Und nun gehe ich mal schauen, was die anderen Damen heute am Me-Made-Mittwoch so zeigen …