Heute habe ich eines meiner vielen Shirts nach dem New Look-Schnitt 6940 an. Den Schitt habe letztes Jahr gekauft, ausprobiert und dann glich in Massen produziert, ich mag diesen Look unheimlich gerne zur Jeans, er bringt die guten Seiten der etwas üppigeren Figur gut zur Geltung, hehe. Mit der 40er Jeans von Freddies of Pinewood zusammen ergibt sich so eine Art Hybrid-Look – nicht authentisch 40er, aber doch irgendwie retro-inspiriert. Wenn es um Alltagsklamotten geht bin ich bin absolut keine Authentikfanatikerin, also fühle ich mich sehr wohl in diesem Outfit.

Todays outfit is a knit top made using New Look- 6940. I bought the pattern last year, tested it and made a few shirts right away, I love this look with Jean’s, I think the pattern brings out the better „parts“ of my not-so-skinny figure. Combined with the Freddis of Pinewood Vintage Workpants it is a sort of hybrid look – not authentic 40ies, more retro inspired. I am not an authenticism fanatic for everyday clothing anyway, so I realyy feel good in this outfit.

Ich bin ja ohnehin ein grosser Fan der New Look-Schnitte, die aus der Simplicity-Familie stamme. Viele Designs gefallen mir gut und die Passform ist für meine Figur deutlich besser als die der „Big 3“ Butterick, McCalls und Vogue. Leider in Deutschland nicht ganz so einfach und günstig zu bekommen, wie z.B. in England oder USA, wirklich schade.

I am big fan of New Look patterns which are part of the Simplicity family. I like many of their designs and the fit is very good for my shape – much better than that of the „big 3“ Butterick, McCalls and Vogue. Unfortunately they are not as easy to get in Germany and more expensive than in the UK and the USA, a pity.

Die heutige Variante ist aus einem wenig stretchigen Jersey (ja, sowas gibt’s auch), verziert mit rosa Bündchen. Für das Bündchen habe ich ein Rippenshirt vom Flohmarkt zerschnitten, ich kaufe oft dünne Rippenpullis und -Shirts Second Hand, die sind viel besser als Bündchen als die meist viel zu dünnen Stoffe, die dafür verkauft werden.

Todays variation is made from an almost not-stretchy knit (yes, there are knits like that), decorated with pink ribbing. For the ribbing fabric I used a ribbed shirt I bought at a boot sale – I often get lightweight ribbed sweaters or shirts second hand for that purpose, they are much better than most fabric sold als ribbing which is mostly too thin.

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Heute mal ohne Make-up, meine Selbstkontrolle an Home-Tagen geht allmählich den Bach runter.  😀 Aber die Haare sind frisiert, also bitte keine Beschwerden!

No makeup, my self-control is slipping. Can you tell that it’s another home office day? But my hair is done, so no complaints, please.

Der Schnitt bietet einige Varianten, ich habe bis jetzt immer View D genäht, mal mit Schluppe und mal ohne, so wie hier. Aber mir gefallen auch die Ärmel von Modell E gut, die werde ich sicher noch ausprobieren.

The pattern offers some nice views, I only made D up to now, sometimes with the tie, sometimes without. But I also like the sleeves of view E, I will try these on the next shirt.

Mehr gibt’s zu dem Schnitt eigentlich gar nicht zu sagen, er ist hübsch, leicht zu nähen und passt mir gut. Das Shirt habe ich nun schon über ein Jahr ebenso wie noch 3 andere nach diesem Schnitt. Ich könnte eigentlich noch ein paar nähen … hab noch ein paar nette Jerseys auf Lager.

So, not much else to say about the pattern. It is pretty, easy to sew and I like the fit. I have had this shirt for more than a year now as well as the other 3 from the same pattern. I think it is time to make some more, there are still some pretty knits in my stash.

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Schaut auch bei den anderen Me-Made-Mädels hier vorbei und habt einen schönen Tag.

 

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Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich im Mai mal wieder  in Palm Springs zum Couture-Workshop mit Claire Shaeffer war? Und bei Joann’s waren die Simplicity-Schnitte im Sale für 99 Cent, da bin ich leicht aus dem Ruder gelaufen und habe mich eingedeckt. Man hat ja NIE zuviele Schnitte und was schert mich mein Geschwätz von gestern, dass ich keine mehr kaufen will …

Did I tell you that I have been to Palm Springs in May to take another Couture Sewing class with Claire Shaeffer? Of course I also raided Joann’s and they had a sale on Simplicity patterns, 99 cents each. I went slightly out of control and bought some. Well, a lot, actually. Who cares what I said yesterday about not wanting to buy any more patterns …

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe jetzt einen Stapel Simplicity-Schnitte, die ausprobiert werden wollen und am Wochenende habe ich losgelegt mit Simplicity 2369 und zwar View C, die Tunika-Variante, die heute beim MMM mitmachen darf.

To cut a long story short, I now have a stack of Simplicity patterns wanting to be tested and last weekend I started with Simplicity 2369 namely View C, the tunic.

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Ein perfektes Top für Home-Office-Tage und ein wirklich schöner Schnitt für Jerseys, den werde ich sicher noch öfter nähen, vielleicht auch mal als Kleid.

A perfect top for my home office days and a very nice pattern for knits.  I am going to make this again, maybe the dress variety.

Ausnahmsweise habe ich an der Grösse mal nicht viel zu meckern, Simplicity scheint seine Grössentabellen besser im Griff zu haben als andere Firmen. Laut Tabelle brauche ich Grösse 20 und nach meinen Probemessungen habe ich mich auch für 20 entschieden und das passt ganz gut und ist nur minimal zu gross. Dennoch werde ich das nächste Top wohl in 18 machen, zumindest oberhalb der Taille. Den Hüftbereich lasse ich so, da kann ich die Weite gut vertragen. Auf diem nächsten Bild habe ich die Taille mal ein bisschen mit der Hand gerafft, da können gerne noch ein paar cm Stoff weg.

wpid-pict_20160607_151734.jpgFor once I do not have any complaints about the sizing, the people at Simplicity seem to have a better concept for their sizing tables than other companies. According to the table I needed size 20 and after some measuring I decided that 20 would indeed be fine. And it is. It is only a tiny little bit too large, but perfectly wearable. The next one I am going to make in 18 anyway (except for the hip part, I’ll leave that as it is).

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Die einzige Sache, die mir nicht ganz so gut gefällt, ist die auffällige Rückennaht, ich habe mir aber schon überlegt, dass man diese gut in Abnäher umwandeln kann, was ich dann beim nächsten Mal ausprobieren werden.

The only thing I don’t like so well is the very noticeable seam in the center back. I’ll try to convert it to darts the next time.

So weit, so gut. Aber ich kann ja praktisch kein Teil nähen, ohne irgendwelche dummen Fehler einzubauen.

So far so good. But I am obiously unable to sew a piece of garment without making some stupid mistake or other.

Ich hatte mir einen schönen festen Jersey mit Fantasieblumen ausgesucht, von dem ich 1,50 Meter hatte. Vorgeschrieben sind 1,60 Meter – nicht ohne Grund, wie ich feststellen musste, denn es wurde verdammt knapp und die Bindebänder hätte ich schon stückeln müssen.

I had chosen a nice firm piece of Jersey with fantasy flowers of which I had 1,50 meters. I needed 1,60 meters according to the instructions, so cutting was a challenge. I would have had to piece the tie ends.

Soweit kam es aber gar nicht. Das ist ein asymmetrischer Schnitt, d.h. man muss beim Zuschneiden aufpassen, welche Stoffseite oben liegt. Hab ich aber nicht und daher prompt zwei linke Vorderteile produziert, Bingo! Und natürlich nur noch Stofffitzelchen übrig, also nix mit neu zuschneiden. Nach der üblichen „Ich will mich da jetzt reinsteigern“-Routine habe ich die Einzelteile dann doch wieder aus der Tonne gefischt und beschlossen, das MUSS gehen. An das spiegelverkehrte Vorderteil habe ich ein Stück Stoff angesetzt und so war es gross genug für einen erneuten Zuschnitt, diesmal richtig herum. Die Bindebänder habe ich dann aus einem Kontraststoff zugeschnitten, denn der dafür vorgesehene Streifen war nun am Vorderteil.

But I didn’t even make it to that part. It is an asymmetrical pattern, i.e. you have to pay attention which side of the fabric is up when cutting the front pieces. Which I didn’t and so i produced tow left fronts – bingo! And there were only scraps left, so cutting a new front piece was’nt an option. After throwing my usual hissy fit I picked the pieces from the trash bin again and decided that it just HAD to work somehow. I sewed a strip of fabric to the mirror inverted front piece so it was large enough to cut a new (correct) one. Since I didn’t have any more fabric by then I made the tie ends from contrast fabric.

Und dann habe ich das ganze Teil erstmal fertig genäht um zu sehen, ob es mir überhaupt passt und gefällt. Es passte und gefiel und ich habe meine neu erworbenen Couture-Kenntnisse zum Kaschieren meiner Schusseligkeit genutzt.

Then I finished the top to see if it fits and if I like it. It fitted and I liked so I put my newly acquired couture sewing skills to work to gloss over my stupidity.

Will man z.B. das Muster eines Stoffs nicht zerstören, braucht aber einen Abnäher oder eine Naht, so kann man das durch Applikationen lösen. In Claires Buch „Couture Sewing Techniques“ (der Erstausgabe von 1994) zeigt sie diese tolle Jacke von Elsa Schiaparelli aus der spektakulären Circus Collection von 1938. Beim Pferdchen links im Bild sieht man die Applikationstechnik meisterhaft ausgeführt.

If you need to make a dart or seam but you don’t want to destroy the pattern of the fabric, this can be solved with appliqué. In Claires Book „Couture Sewing Techninques“ (the first edition of 1994) she shows this gorgeous jacket by Elsa Schiaparelli form her spectacular Circus collection of 1938. You can see the expertly done appliqué-technique on the left horse which goes over a seam.

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Quelle: https://books.google.ch/books?id=e3Sd_mikSP4C&pg=PA41&lpg=PA41&dq=schiaparelli+circus+jacket+applique&source=bl&ots=_1L_OwQj-T&sig=9JXb1akfx-AAR1VfnF34ZdA8U-c&hl=fr&sa=X&ved=0ahUKEwj43YPW_5LNAhXLWxQKHcJ0DTEQ6AEIPTAL#v=onepage&q=schiaparelli%20circus%20jacket%20applique&f=false

Nach dem Anstückeln am Vorderteil hatte ich eine Naht, wo keine sein soll und zwar an recht auffälliger Stelle, diese wollte ich mit dieser Technik optisch veschwinden lassen.

After piecing the front part, I had a seam at a rather obivous place which I wanted to let disappear visually using this technique.

Also habe ich mir die passenden Musterstücke aus meinen Stoffresten herausgesucht und die Muster jeweils über die Naht hinaus fortgesetzt.

Erstmal aufstecken.

So I picked matching pattern pieces from the scraps and pinned them over the seam.

Dann käme eigentlich das Heften dran aber … naja … bin ja faul. Also habe ich direkt die Applikationen aufstaffiert – die Nahtzugabe von ca. 4 mm wird beim Annähen schrittweise untergeschoben. Dann kräftig bügeln, damit sich die Applis möglichst flach anlegen – voilà – eine fast unsichtbare Naht.

The next official step would be basting, but … well .. I am lazy. So I slip-stitched the pieces directly to the top. The seam allowance of approx. 4 mm is turned under on the go. Finally gave it a good pressing and voilà – an almost invisible seam.

Man kann also auch an einem schnöden Jerseytop Couturemethoden anwenden. Oder man konzentriert sich eben ein bisschen besser beim Zuschneiden, dann kann man sich die Mühe sparen 🙂 . Und, könnt ihr die Naht entdecken?

See, you can use refined Couture techniques on humble jersey tops. Or you could concentrate a little more next time and save yourself a lot of time and effort 🙂 . So, can you spot the seam?

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Hallo liebe Leser, falls noch einge von euch übrig sind 😀

Hello dear readers – if you are still out there 😀

Lange Zeit hat sich hier nichts getan und ich hatte tatsächlich bereits einen Post verfasst, dass ich den Blog schliessen werde – aber ich habe es doch nicht übers Herz gebracht, ich hänge zu sehr an dem Blog um ihn einfach so aufzugeben und ich habe beschlossen, mir mal einen Tritt zu verpassen und hier wieder etwas aktiver zu werden.

For a long time nothing happened here and I had in fact already written up a post that I am going to close this blog – but I just couldn’t bring myself to publish it. I realised that this blog is too close to my heart to give it up just like that so I decided to give myself a little shove and start blogging again.

Tatsache ist, dass ich in den vergangenen Monaten nicht viel genäht habe. Zum einen brauche ich nicht mehr so viele neue Klamotten, da ich ja die meiste Zeit im Home Office arbeite und zum anderen hatte ich in der letzten Zeit einfach nicht mehr so viel Freude an meinem Hobby . 1 und es soll ja schliesslich Spass machen. Versteht mich nicht falsch, ich habe das Nähen nicht ganz aufgegeben, ich betrachte das als eine vorübergehende motivationslose Phase, denn so ein paar Ideen habe ich schon noch im Kopf, die ich in diesem Jahr umsetzen will.

In fact I have not sewn much in the last few months. On the one hand I do not need so many new outfits since I am working from the home office most of the time. On the other hand I just didn’t have the fun I used to have with my hobby No. 1 and if it isn’t fun then it isn’t a hobby, right? Don’t get me wrong, I didn’t give up sewing altogether, I still see this as a short motivationless period and I still have some ideas I want to make happen in the course of this year.

Dafür habe ich mich aber sehr intensiv meinem bisherigen Hobby Nr. 2 zugewandt: dem Stricken. Das möchte ich zur Zeit am liebsten den ganzen Tag machen, es kribbelt ständig in meinem Fingern und im Kopf wirbeln die Ideen nur so durcheinander.

In lieu thereof I have turned towards my hitherto hobby No. 2: Knitting. This is currently the thing I would like to do all day long. My fingers are constantly prickling and aching to hold needles and my head is burstng with ideas.

Und ich habe einen Plan. Einen großen Plan. Einen derzeit noch geheimen Plan, da ich noch einiges vorbereiten muss, aber sobald das Ganze ausgereift ist, werdet ihr davon erfahren.

And I have a plan. A big plan. Still a secret plan at the moment because I have to prepare things and get ready, but as soon as everything is set, you’ll learn all about it.

Heute zeige ich euch erstmal eines meiner letzten Strickwerke: die Hoodie-Jacke Fickle Heart von Justyna Lorkowska.  Nachdem es diese Woche wieder geschneit hat, bin ich sehr froh, dass ich mich mit diesem kuscheligen Teilchen wärmen kann.

Today I show you one of my recent finished knitting projects: the lovely hoodie Fickle Heart by Justyna Lorkowska. It has been snowing again this week, so I am glad to have this beautiful cardi to keep myself warm and cozy.

Gestrickt aus DROPS Nepal in dem wunderschönen Himbeerrot 8910.
Made from DROPS Nepal in the beautiful raspberry red no. 8910.

Ich habe die Jacke ein bisschen abgewandelt: Justyna hat eine glatt rechts gestrickte Kapuze vorgesehen, aber ich fand, dass die zu viel von dem tollen Zopfmuster verdeckt, wenn sie nicht aufgesetzt ist, also habe ich das Muster in der Kapuze fortgesetzt.

I tweaked the pattern a bit. Justyna has designed the hood in simple stockinette stitch which is also lovely, but I didn’t want it to cover so much of the beautiful cable pattern when it is hanging down the back, so I continued the cables on the hood.

Ausserdem habe ich noch eine kleine Borte an der Knopfleiste eingefügt, da ich Angst hatte, dass die Jacke zu eng wird. Hat sich allerdings als unbegründet herausgestellt, sie hätte auch so gepasst.

Furthermore, I added a little braid at the button band because I worried that the cardi would be too tight. It turned out that I needn’t have worried, it would have fit even without the braid, but there it is.

Zugegeben, die Jacke ist nicht gerade ein Super-Schlankmacher, aber ich liebe sie trotzdem. Sie ist kuschelig warm, bequem und … rosa! Was kann an Rosa schlecht sein?

Ok, the cardi isn’t exactly slenderizeng, but I love it anyway. It is comfy and cozy and warm and … pink! There cannot be anything wrong with pink, right?

Hier gehts zu meiner Fickle-Heart-Projektseite auf Ravelry / Here’s the link to my Fickle-Heart project page on Ravelry.

Und hier könnt ihr sehen, was sonst noch im MMM heute los ist.

Auf der Suche nach geeignete Basisschnitten bin ich auf meiner Festplatte über den Astoria-Pulli von Seamworks gestolpert und dachte mir, das könnte doch ein guter Grundschnitt für lässige Pullis werden. Wenn der erstmal gut sitzt kann man allerlei Spielereien mit unterschiedlichen Ärmelvarianten und Ausschnittformen einbauen.

During my search for suitable basic patterns I rembered that I still have the yet untried Astoria sweater pattern sitting on hard disk and I thought this might be a good basic pattern for casual sweaters. Once I fitted it perfectly, I could do a lot of funny things with different sleeves or necklines.

Schaut man sich ein bisschen im Netz um, entdeckt man allerdings direkt, dass die Passform des Schnittes bei den meisten Leute eher mässig ist. Er hat mal wieder das klassische Problem: für einen Pullover mit eingesetzten Ärmeln hat er zu breite Schultern und die Ärmel selbst sitzen auch merkwürdig, bei vielen Trägerinnen bilden sich auf Höhe des Bizeps diagonale Falten.

Looking at Astoria versions of other people on the internet I realized that many people have problems with the fit, though most of them are unaware that they do. There is the classic problem of too wide shoulders for a sweater with set in sleeves and the sleeves itself also look funny on many pictures, as there are diagonal wrinkels around the bicep.

Mod-Girl Eva hat den Schnitt neulich ebenfalls ausführlich getestet und kam zu dem Schluss, dass die Ärmelfalten an der zu flachen Armkugel liegen. Durch starkes Abändern des Ärmelschnittes konnte sie die Passform deutlich verbessern und hat sich zwei sehr schicke schlichte kleine Pullis genäht.

Some days ago, fabulous mod girl Eva tested the pattern thouroughly and  came to the conclusion that the sleeves problems are due to the sleeve cap being too flat. She changed the sleeve shape considereably and produced two very stylish simple little sweaters.

Und so dachte ich mir ich bin superschlau und fange erst gar nicht mit dem Astoria-Ärmel an, sondern nehme einen Ärmel, von dem ich weiss, dass er mir passt und übertrage das Armloch auf den Astoria-Schnitt. Gesagt getan.

And so I thought I’d be super smart and wouldn’t even bother with the original Astoria-sleeves. Instead I used a sleeve pattern I know fits me well and transfer the corresponding armhole on the Astoria bodice pieces.

Nach der Masstabelle des Pullis brauche ich die Grösse 2X, diese habe ich entsprechend mit einem neuen Armloch versehen und den Pulli genäht.

According to the sizing table I need size 2X for the sweater, so I cut out this size, altered the armhole and sewed sweater no. 1

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Variante 1: Grösse 2X, Ärmel von meinem bewährten Wickelkleidschnitt

Sweater No. 1: size 2x, sleeves and armholes from my tried and trusted wrap dress pattern

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Fazit: der Pulli ist zu kurz für ein komfortables Tragegefühl, ich will ihn ständig nach unten ziehen.Eer kommt mir zu schlabberig vor, die Ärmel passen zwar gut, aber die Schultern sind immer noch zu breit und ich hatte bereits hier das unbestimmte Gefühl, dass die Ärmel für den Stil des Pullis zu eng sind, habe das aber irgendwie verdrängt und die Ärmelform beibehalten.

Conclusion: the sweater is too short for a comfortable feeling, I have a constant urge to pull it down. It feels too baggy. The sleeves are fitting quite well but the shoulders are still too wide. Already here I had the nagging feeling that the sleeves are maybe too tight for the style of the sweater, but somehow it slipped my mind an I continued to use the same sleeve pattern.

Als zweite Variante habe ich den Pulli eine Nummer kleiner zugeschnitten, um 6 cm verlängert und wieder die Ärmelanpassung der 1. Variante vorgenommen: pink ist der Originalschnitt, türkis ist meine Ärmelanpassung.

For the second version I cut the sweater one size smaller, made the bodice longer by 6 cm and repeated the armhole alteration of version 1. the pink lines are the original Astoria pattern, the blue lines are my alterations.

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Länge der Seitennaht anpassen / Trueing the side seam:

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Variante 2: Grösse XL, Rumpfteile 6 cm verlängert, Ärmel vom Wickelkleid. Ich stehe etwas schief, weil in der einen Hand das Handy zur Kamerasteuerung ist, daher die Falten auf der linken Seite.

Sweater No. 2: Size XL, bodice parts lenghtened by 6 cm, same wrap dress sleeeves as in no. 1. I am standing a bit lopsided, because I have my mobile in one hand to trigger the camera. Hence the wrinkles on the left side.

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Fazit bei der ersten Anprobe: Die Länge ist deutlich besser, die Schulterbreite stimmt, die Weite des Pullis ist ok. Der Armausschnitt könnte noch etwas tiefer sein.

Conclusion after the frist trial: the length is better, the shoulder width is ok, the overall width of the sweater is ok. The armhole could be deeper.

Da von dem pinken Strickstoff immer noch genug für einen dritten Pulli übrig war, habe ich daher als dritte Variante nochmal das Armloch etwas verändert (lila Linie).

Since I still had some of the pink knitted fabric left I made a third version with a slightly changed armhole (purple line).

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Fazit bei der ersten Anprobe: Variante 3 sitzt noch etwas besser als Variante 2, Armloch könnte sogar NOCH weiter ausgeschnitten werden, aber nicht zwingend.

Conclusion after the first trial: Version 3 fits better than version 2, the armholes could be even deeper.

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Auf dem folgenden Bild gefällt mir der Sitz des Ärmels sehr gut bis auf die kleine Falte unter der Achsel. Der tiefste Punkt des Armlochs müsste von der Achsel weiter weg sein, oder?

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Der Stoff war nun aufgebraucht und ich war auch der Meinung, ich hätte den Schnitt nahezu perfekt angepasst, daher gab es (vorläufig) keine Variante 4 mehr 🙂

The fabric is all used up now and I believed that I had adapted the pattern almost to perfection, so there is no sweater no. 4 (for now) 🙂

Aber ….

Warum habe ich bei Variante 2 und 3 beim Fazit „bei der ersten Anprobe“ dazugeschrieben? Weil ich Pulli Nr. 3 inzwischen einen halben Tag getragen habe und der ersten Enthusiasmus verraucht ist. Mittlerweile bin ich was die Passform angeht komplett anderer Ansicht:

Erstens finde ich, dass er doch zu eng ist. Er hat die Tendenz, nach oben zu krabbeln und macht dann eine hässliche Querfalte über der Brust. Zweitens glaube ich inzwischen fast, dass die Schultern doch zu schmal sind, 1 cm mehr hätte nichts geschadet. Drittens könnte das Armloch etwas tiefer und der Ärmel etwas weiter sein, der tiefste Punkt des Armlochs sitzt direkt in der Achsel, was eventuell auch dazu beiträgt, dass Pulli nach oben krabbeln will.

However …

Why did I write „after the first trial“ in the conclusions for Sweaters 2 and 3? Because in the meantime I have worn sweater no. 3 for half a day and the first enthusiasm has subsided. Meanwhile I have a different opionion concerning the fit:

Firstly I think that the sweater is too tight after all. It has the tendency to creep upwards and form a nasty wrinkle right across the bust. Secondly I meanwhile believe that the shoulds are too small, one centimeter more would have been better. Thirdly the armhole could be larger. The lowest point of the armhole now is sitting right underneath the armpit with no ease and this is eventually also a reason why the sweater wants to crawl upwards.

Fazit insgesamt:

Meine ach-so-schlaue Ärmelanpassung war vielleicht gar nicht so schlau; der Ärmel, den ich gewählt habe ist wohl vom Stil her etwas zu eng für einen lässigen Pulli. Und wenn der Pulli lässig sein soll, darf man ihn auch nicht zu eng machen, das passt dann stilmässig ebenfalls nicht. Ich tue mich etwas schwer mit dem Schnitt, weil er eben so ein Zwischending zwischen Schlabberpulli und figurangepasstem Oberteil ist und irgendwie weiss ich nicht so recht, welche Passform hier eigentlich gut ist. Gerne dürft ihr mir dazu eure Meinung mitteilen, auch wenn sie lauten sollte, dass der Pulli an mir in allen Varianten generell doof aussieht 🙂

Overall conclusion:

My oh-so-smart sleeve adaptation maybe wasn’t all that smart after all; the sleeve pattern I chose is perhaps too tight for the style of this sweater. And if the garment is supposed to fit casually it is not recommendable to make it too tight because this will ruin the look. I am having difficulties with the style of this pattern because it is somewhere in between a baggy casual sweater and a fitted top and somehow I don’t know wich kind of fit is the best for it. I am open to comments here, even if you tell me that the sweater looks crappy on me in all three versions 🙂

Wie geht’s weiter?

Ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht sicher. Mehrere Wege sind denkbar:

1. Warum nicht mal den Pulli so nähen, wie von der Designerin gedacht, also ohne Änderung, einfach mal zum schauen, wie er dann sitzt, aber ich habe wenig Hoffnung, denn wenn ich mir den steilen Verlauf des Armlochs anschaue, fürchte ich, dass das bei meiner grossen Oberweite nicht gut sitzen wird, denn es ist zuviel Stoff in dem Bereich oberhalb der Achsel.

2. Eine weitere Änderung testen: Variante 1 mit etwas tieferem Armloch und weiterem Ärmel

3. Oder ein Zwischending aus 1 und 3: Ärmel 3 beibehalten, höchstens einen Tick weiter und vielleicht den tiefsten Punkt 1 – 1.5 cm nach unten verlegen. Die Seitennähte zwischen die Grösse 2X und XL legen.

3. Die guten Elemente des Schnittes (Ausschnitt mit Blende, Taillierung und Taillenbündchen) auf einen Shirt-Schnitt übertragen, der mir besser passt (z.B. das oft genähte Polar Hoodie von Green Pepper in Grösse M)

4. Blusen nähen. Wer braucht schon Pullis 🙂 Nein, das ist natürlich nicht ernst gemeint 🙂

So what’s next?

Frankly, I don’t know. There are a few paths I could follow:

1. Why not try a version with the original version as intended by the designer? However, I don’t have high hopes for that version, because when I look at the steep curve of the armhole as comparted to my armhole, I think there is too much fabric in the area above the armpit.

2. Try another alteration: Version 1 with larger armhole and wider sleeves.

3. Transfer the elements of the pattern that I like (neckline, waist shaping, waistband) to a shirt pattern that fits me better like the Polar Hoodie by Green Pepper Patterns in size M which I already made many times.

4. Sew blouses, who needs sweaters anyway 🙂 no, just kidding 🙂

Es ist fast nicht zu glauben, dass so etwas simples wie ein Pulloverschnitt einem solche Probleme bereitet, oder?

It’s hard to believe that such a simple thing as a sweater pattern can cause so many problems, isn’t it?

Der Maschinenpark wurde mal wieder erweitert.

New additions to my machinery.

Vor einigen Monaten hattte ich die einmalige Gelegenheit von einer Schneidermeisterin einen professionellen Schnellnäher von Pfaff günstig zu kaufen. Erst war ich sehr unsicher, ob ich wirklich so ein Ding brauche, der Schnellnäher kann ja nur Steppstiche – diese allerdings, wie der Name schon sagt, richtig, richtig schnell (Haushaltsmaschine = VW Golf mit 50 PS; Schnellnäher = Ferrari). Hinzu kommt, dass es sich nicht einfach um ein Nähmaschinchen handelt, das man mal eben auf den Tisch stellt – o nein! Die Maschine kommt komplett mit einem Tisch mit Metallgestell daher und sie wiegt gefühlt mindestens eine Tonne.

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Some months ago I had the chance to buy a professional straight stitch Pfaff machine from a dressmaker. I had a few doubts whether I really should buy it, since it only makes straight stitch seams – however incredibly fast (my conventional machines = Volkswagen with 50 PS, Pfaff professional = Ferrari). On top of that it is not only a nice little machine you put on the tabletop, no! It is built into it’s own table and a very sturdy one with metal feet at that – very, very heavy stuff. Read More →

Ich bin seit Monaten am umräumen und umorganisieren meines Nähzimmers. Ein wichtiger Teil davon war, mir mal einen Überblick über meine ganzen Schnitte zu verschaffen. Seit neuestem wohnen sie alle in DIN A5-Gleitverschluss-Beuteln in diesem Schubladenschränkchen vom Schweden.

Als ich sie eingeräumt hatte, stellte ich erschrocken fest, dass die drei 40 cm tiefen Schubladen NICHT reichen, daher steht nun oben noch eine Kiste drauf, was mir gar nicht gefällt, denn das Schränkchen steht direkt neben meiner Nähmaschine und ich wollte es eigentlich als Erweiterung des Anschiebetisches nutzen und nun ist die hübsche aber blöde Kiste im Weg.

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I have been reorganizing my sewing space for months now. An important part was to get an overview on my patterns. I recently put them all in small zip lock bags and bought a small drawer cabinet at IKEA. Enthusiastically I started to put all my patterns in and realized with a shock that they wouldn’t fit, so now I have an additional box on top of the cabinet. I don’t like this AT ALL because I wanted to use the top of the cabinet as a sort of table extension for the sewing machine and now there is this lovely but silly box, not good. Read More →

Ich liebe Espadrilles. Die perfekten Sommerschuhe – leicht und luftig, schön anzuschauen und very vintage. Die bezaubernde Mrs. Button hat hier einen tollen Artikel über die spanischen Fischerschlappen geschrieben, die bereits in den 40er- und 50er-Jahren das erste Mal en vogue waren.

I love Espadrilles, they are the perfect shoes for summer. Lightweight, airy, pretty and oh so vintage. The charming Mrs. Button wrote an interesting article about the history of Espadrilles hier. They were very much en vogue in the 40ies and 50ies.

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In den 80ern waren sie allgegenwärtig (damals sagten wir übrigens „Espandrillos“) und man bekam sie überall für sehr wenig Geld und leider meistens auch in sehr schlechter Qualität.

In the 80ies they were omnipresent (we used to call them „Espandrillos“ back then) and you could buy them everywhere for small money – alas, the quality was often very poor.

Momentan sind klassische Espadrilles eher rar, ab und zu findet man mal ein kleines Körbchen in der Hausschuhabteilung, aber die Auswahl ist doch sehr kläglich.

At present they are not as easy to find. Sometimes you find a few pairs amongst house slippers, but only a small selection.

Zum Glück gibt es seit einiger Zeit DIY-Espadrilles-Sohlen von Prym – das erste Produkt dieser Firma, das ich richtig gut finde. Mit 8,50 Euro pro Paar sind sie nicht ganz günstig, aber die Sohlen sind von guter Qualität und haben unten einen kompletten Gummibelag, so dass die Schläppchen auch einen kurzen Spaziergang über feuchte Böden aushalten. Und dass man sich Schuhe passend zum Outfit und ganz individuell gestalten kann, ist natürlich unbezahlbar.

Luckily, the company Prym offers DIY espadrille soles – this is acutally the first product from Prym that I really like without reservation. In Germany they cost 8,50 Euro – not inexpensive, but the soles are good quality and have a continuous rubber sole under the burlap-part so they will not be ruined by a short walk on wet ground. And to be able to make individual shoes matching your outfit is really great, so I think the price is worthwhile.

Prym gibt nur eine sehr spärliche Anleitung zu den Sohlen. Es ist ein Schnitt für die beiden Oberteile dabei, der doppelseitig auf ein einziges Blatt Papier gedruckt ist, d.h. man kann die Teile nicht einfach ausschneiden, sondern muss mindestens eines davon abzeichnen oder das Blatt kopieren. Die ausführliche Anleitung, wie man die Schuhe näht, liegt auch nicht bei, die darf man sich dann noch aus dem Internet herunterladen – das könnte man schon etwas anwenderfreundlicher gestalten, Prym-Team! Aber egal, wir wollen mal nicht so viel rummeckern, die Sohlen sind klasse.

Prym only includes very meager instructions. The pattern for the two upper parts is included, but it is printed doublesided on a single sheet of paper, so you have to trace it or copy the sheet. There are no sewing instructions included, you have to download them from their website. I think this could have been solved a little bit more user friendly, Prym-team! But let’s not complain, the soles are awesome.

Was zu meinem grossen Bedauern nirgends zu finden ist, ist eine Anleitung, wie man die Schuhe mit einer Innensohle aus Stoff fertigen kann. Prym und alle Blogbeiträge, die ich zu den Sohlen gefunden habe, beschreiben immer nur, wie man die beiden Oberteile auf die nackte Jutesohle aufnäht. Ich will aber doch unbedingt innen Stoff haben, quengel! Ich finde, das macht die Schuhe hochwertiger und meine zarten Prinzessinnenfüsse möchten natürlich nicht auf grobem Rupfen wandeln, so.

What is unfortunately also not available are instructions on how to make a sole lining for the shoes. Prym and all blog posts I have found up to now only describe how to sew the upper parts to the burlap sole. But I really, really want to have a fabric lining on top of the soles because I think it makes the shoes really high-class and the princess doesn’t like to walk on scratchy burlap, so.

Gut, wenn mir keiner sagen will, wie das geht, musste ich eben selbst ran und nach einiger Zeit merkte ich auch, warum sich alle elegant um das Thema Innensohle herumdrücken: das ist gar nicht so einfach.

OK, if nobody was telling me how to do it, I had to figure it out by myself, and after some time I found out why there are no instructions for it: it’s trickier thank I thought.

Als erstes dachte ich, ich nähe den kompleten Stoffschuh, also Oberteile und Innensohle, zusammen und verbinde das ganze dann mit der Rupfensohle mit dem Festonstich, wie bei Prym beschrieben. Es stellte sich aber als extrem schwierig heraus: meine Innensohle war zu viel gross ausgefallen und hat Falten geschlagen. Auch hatte ich keinen Halt im Schuh, weil die Stoffsohle auf der Rupfensohle hin- und hergerutscht ist. Darüber hinaus war der ganze Schuh ein gutes Stück zu gross, obwohl die Prym-Sohle genau passt, wenn ich meinen Fuss draufstelle.

My first idea was, to sew all fabric parts of the shoes together first and attach them to the soles afterwards, but this turned out to be difficult: my sole lining was way too large and I couldn’t get it to ly flat without creases. Furthermore I couldn’t walk in the shoes because the fabric lining was moving around on the burlap sole. And to round up the desaster nicely: the shoes were way too big even though the sole fits me well when I put my foot on it.

Was war hier passiert?

What happened?

Beim Zusammennähen des Schuhs habe ich einen Denkfehler gemacht. Beim Annähen mit dem Festonstich habe ich nur ein kleines Stück Stoff gefasst und senkrecht nach oben gestochen, so dass der Oberschuh direkt von der Sohlenkante aus nach oben ging. Wenn man sich aber „echte“ (gekaufte)Espadrilles anschaut, sieht man, dass der Stich ein gutes Stück innerhalb des Sohlenrandes duch den Stoff geht, das macht den Schuh innen bestimmt um einen ganzen Zentimeter kleiner.

When sewing on the fabric shoe to the soles, I only made tiny little stitches directly on the edge (the seam between sole lining and upper shoe). When you look at „real“ (bought) espadrilles, however, you see, that the stitches are situated a few millimeters on the inside of the sole edge. So this will make the shoe at least 1 centimeter smaller.

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Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut und einen (alten) gekauften Espadrille zerlegt: Die Innensohle und die Oberteile sind nicht miteinander vernäht sondern werden nur mit der Festonnaht zusammengehalten. Die Innensohle ist zusätzlich auf die Rupfensohle aufgeklebt. Ausserdem geht die Innensohle nicht bis ganz an den Rand, sondern ist einige Millimeter kleiner.

I had an old pair of storebought espadrilles which I took apart: the sole lining and the upper parts are not sewn together they are only held together by the visible blanket stitches. Plus, the sole lining is glued to the burlap sole and it is smaller than the burlap sole by a few millimeters.

Also habe ich meine Innnensohle nun wie folgt gebastelt:

So my mext trial was more successful and I’ll share what I did step-by-step:

1. Schnitt für die Innensohle erstellen.

Die Rupfensohle auf ein Blatt Papier legen und die Kontur abzeichnen. Zu diesem Rand 1 cm Nahtzugabe hinzufügen und das Schnittteil ausschneiden. Je nach Stoffart empfiehlt es sich, den Sohlenstoff noch mit Bügeleinlage zu bekleben, damit er schön stabil wird.

1. Make a pattern piece for the sole lining

Place the burlap sole on a piece of paper and trace around with a pencil. Add 1 cm seam allowance all around and cut out the pattern piece. Depending on the fabric you want to use for the sole lining, it may be helpful to add fusible interfacing for stabilization.

2. Bügelschablone für die Innensohle erstellen

Die Rupfensohle auf ein kräftiges Stück Pappe oder ein anderes hitzebeständiges Material auflegen und die Kontur abzeichnen.

2. Make a pressing template for the sole lining

Put the burlap sole on a piece of stiff cardboard or some other heat resistant material and again trace the contour.

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Ausschneiden / cut out

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Wenn man die Pappe nun auf die Sohle legt, sieht man, dass sie zu noch gross ist. Die Innensohle muss innerhalb der Ränder der Rupfensohle liegen.

If you put the carboard template on the soles, you’ll notice that it is still too large. The sole lining should be smaller than the outer edges of the burlap sole.

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Daher nimmt man von den äußeren Rändern ein Stück ab (ca. 3 mm rundum).

I took off approx. 3 mm around the edges.

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Die Pappschablone liegt nun innerhalb der Ränder der Rupfensohle. Damit kann man den Sohlenstoff nun zum Aufkleben vorbereiten.

Now the cardboard template is smaller than the burlap sole and it is ready to use.

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3. Innensohle vorbereiten

Schablone auf die ausgeschnittene Stoffsohle aufkleben und rundum bis zur Schablonenkante einschneiden.

3. Prepare sole lining

Place cardboard template on the interfaced and cut out sole lining and clip the  seam allowance all around, right up to the edge of the template.

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Mit dem Bügeleisen und ev. etwas Dampf (nicht zu viel, sonst weicht die Schablone auf) die Nahtzugaben der Stoffsohle zur Unterseite bügeln.

Press seam allowance around template. You can use a little steam, but carefully, you don’t want to soak your template.

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Abkühlen lassen und Pappschablone herausnehmen.

Let cool and take out the cardboard template.

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4. Innensohle aufkleben

Die Rupfensohle mit Leim einstreichen.

4. Glue sole lining to sole

Spread glue on the burlap sole.

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Ich habe weissen Bastelleim genommen, ob sich das bewährt, kann ich noch nicht sagen. Möglicherweise gibt es bessere Klebstoffe für diesen Zweck – Schusterleim, Textilkleber oder auch doppelseitiges Bügelvlies, keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht zuviel Leim nehmen und ein paar Minuten antrocknen lassen, damit er nicht durch die Stoffsohle durchschlägt.

I used white glue, I don’t know yet how this is going to behave when wearing the shoes. Maybe there are better ways of attaching the soles, like textile adhesive, cobbler’s glue or double sided fusible interfacing. In any case be sure not to use too much glue and to let it dry off for a few minutes to avoid soaking through the lining fabric.

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Die Stoffsohle auf die Rupfensohle legen und dabei darauf achten, dass überall die Nahtzugaben schön untergeschlagen sind. Stoffsohle leicht andrücken (auch hier wieder: nicht zu fest, der Leim soll sich nicht durchdrücken). Den Leim durchtrocknen lassen vor dem nächsten Schritt.

Put the fabric sole on the burlap sole and take care that the seam allowances are turned under nicely. Press lightly down with your fingers (again: not too much, to avoid soaking). Let the glue dry completely before continuing.

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5. Oberschuhe herstellen und annähen / Make and attach upper shoe parts

Wenn der Leim durchgetrocknet ist, kann man mit den Schuhen weitermachen, wie bei Prym beschrieben. Ich mache hier keine ausführliche Anleitung dafür, es gibt schon eine Menge dazu im WWW inklusive Anleitungsvideos. Hier also nur die wichtigsten Schritte.

After the glue has dried, you can continue with making the shoes as described by Prym. I don’t write a detailed tutorial for that, there is a lot on the web about it already, including videos. So here’s just the basic steps.

Oberteile aus Oberstoff und Futterstoff rechts auf rechts aufeinandernähen.
Stich upper fabric and lining fabric on all parts right sides together.

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Wendeöffnung auflassen.
Leave a little opening for turning.

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Die Teile wenden, Wendeöffnung schliessen. Alle Teile ausbügeln und rundherum füsschenbreit (ca. 5 mm vom Rand) absteppen. Diese Steppnaht kann anschliessend als Hilfslinie für die Festonstiche verwendet werden.

Turn, close opening with hand stitches, press the seams flat and topstitch around all edges approx 5 mm from the edge. This topstitching line can be used as a guide for the attaching stitches

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Die Oberteile auf die Sohle aufstecken und mit kräftigem Garn mit Festonstichen mit ca. 1 cm Abstand aufnähen. Prym bietet dafür spezielles Garn an, das halte ich aber nicht für notwendig. Dünnes Baumwollstrickgarn wie z.B. Drops Safran ist stabil und reissfest und wesentlich günstiger

Pin upper parts to soles and sew them to the soles with blanket stitches.  Prym offers special yarn to attach the fabric parts to the soles but I really think this is unneccessary. You can use some strong cotton knitting yarn, like for example Drops Safran. It is sturdy and tearproof and much cheaper.

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Hier sieht man nochmal im Detail, dass ich die Steppnaht am Rand der Teile als Führungslinie für die Festonstiche verwendet habe.

Here you see in detail that I used the topstitching as a guideline for the blanket stitches.

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In der Beschreibung von Prym werden die Seitennähte erst ganz am Ende geschlossen, hier hat man natürlich auch die Möglichkeit, die Weite der Schuhe noch etwas anzupassen. Wenn man diese aber erst einmal weiss, kann man beim zweiten Paar die Seitennaht auch anders schliessen.

In Prym’s instructions, the side seams are close as the last step. Here you have the possibility to adjust the width of the shoes one last time. However, once you found out the perfect fit, you can attach back and front parts differently.

Bei diesen gekauften Espadrilles sind die Fersenteile zwischen die Vorderteile gefasst (zwischen Oberstoff und Futterstoff), das ist nochmal eleganter.

Look at the seam of this bought espadrille: the back parts are sewn between fashion fabric and lining of the front part, this is a more elegant solution, I think.

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So, fertig sind meine Espadrilles mit Innensohle, sind sie nicht schön?
So, here are my finished espadrilles, aren’t they gorgeous?

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Sie sind aus Resten des Stoffes eines 40er Playsuits, den ich euch demnächst zeige.

 

 They are made from fabric scraps left over from the sewing of a 1940ies playsuit which I will show you shortly.

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Und sie werden bestimmt nicht das einzige Paar selbstgemachte Schläppchen in meinem Schuhschrank bleiben. Auch der Prinzgemahl hat schon welche bestellt, er hat in seiner Jugend die Sommerferien immer in Spanien verbracht und ging wochenlang entweder barfuss oder in Espadrilles. Grösse 45 gibt es gerade noch für seine Riesenflossen, ich habe 2 Paar bestellt und er freut sich schon wie Bolle.

 And I am sure that this will not remain the only pair of DIY espadrilles in my closet. Also DH has ordered some – he spent his childhood summer vacations in Spain and if he didn’t walk around barefoot, he wore espadrilles. So I ordered 2 pairs of soles for him – size 45, the largest one available and he’s very much looking forward to his exclusive new footwear.

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Wer es mit dem Do it Yourself noch weiter treiben möchte, kann Espadrilles übrigens auch ohne die Prym-Sohlen machen. Katja von „Of Dreams And Seams“ zeigt hier, wie man Espadrilles inklusive Sohlen selbst machen kann. Sie ist eine sehr kreative Re-Fashionista und macht unglaubliche Dinge (Schuhe!), ein sehr lesenswerter Blog.

If you want to go even further in making your own espadrilles, check out this tutorial by Katja of „Of Dreams And Seams“  she shows how to make even the soles of espadrilles. She’s a very creative Re-fashionista and makes incredible things (real shoes!). Look at her blog, it is well worth reading.

Ihr merkt schon: ich bin grade im Erklärbär-Modus 😀

Obviously, I am in teaching mode right now 😀

Hemden und Blusen ohne separate Knopfleiste und Kragensteg werden üblicherweise mit Beleg genäht. Und da sie nicht gefüttert werden, hat der Beleg eine offene Kante, die irgendwie versäubert werden muss.

Shirts and blouses without separate button bands and collar stands are constructed with facings. And since they are not lined, there will be a raw edge to the facing which has to be finished somehow.

Die wohl üblichste Methode, die ich auch oft anwende ist, Stoff und Einlage zusammenzukleben und die offene Kante einfach mit der Overlock zu sichern. Geht schnell und sieht auch passabel aus.

The most common method is to fuse the interfacing to the facing fabric and serge both layers. This is fast and looks acceptably neat.

Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Saum zu machen. Stoff und Einlage zusammkleben und die offene Kante  nach links umschlagen und feststeppen. Schon eleganter, aber je nach Stoff trägt die Saumkante vielleicht etwas auf und drückt sich auf die Vorderseite durch.

Another possibility is to make a seam: fuse fabric and interfacing, fold under the raw edge and stitch down. This is more elegant than fusing but depending on the fabric the seam may show on the outside of the shirt and you still have a raw edge even though it is on the wrong side of the fabric.

Vor langer Zeit habe ich hier auf dem Blog „Off the Cuff“ einmal die Idee entdeckt, die Kantenversäuberung und das Bekleben des Belegs mit Einlage miteinander zu kombinieren (nach unten scrollen). Wer gerne Hemden näht, wird „Off The Cuff“ sehr interessant finden, die Autorin ist eine professionelle Hemdenmacherin und verrät jede Mange Tipps und Tricks aus ihrer Praxiserfahrung.

A long time ago I discovered the wrapped edge finish on the Blog „Off the Cuff“ (scroll down in the post). If you like shirtmaking, you’ll love this blog. The author is a professional shirtmaker who has lots of useful tips and tricks from her practical experience.

Ich habe die „Wrapped Edge“-Methode, die sie vorstellt, noch etwas abegeändert, da ich nicht möchte, dass man die Klebeeinlage auf der rechten Stoffseite sieht. So habe ich es bei den beiden Hawaiiprinzenhemden von letztem Wochenende gemacht:

I altered the presented  wrapped edge method a little bit to my taste, because I didn’t want the interfacing to show on the right side of the fabric. This is how I did it when sewing DHs two new Hawaiians last weekend:

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Die Bügeleinlage entlang der offenen Kante passgenau zuschneiden, an den übrigen Kanten vorerst noch ein paar Zentimeter stehen lassen.

Cut the fusible interfacing precisely along the oben edge, leave a few centimeters of interfacing along all other edges for now.

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Belegstoff und Einlage entlang der offenen Kante rechts auf rechts aufeinanderstecken (bei der Einlage ist die nicht klebende Seite die rechte Seite) und knappkantig aufeinander steppen.

Pin facing fabric and interfacing right sides together along the open edge (the right side of the interfacing is the non-sticky side). Stitch with a narrow edge (ca. 5 mm).

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Die beiden Teile auseinaderklappen, Nahtzugabe in Richtung Stoff legen und flachsteppen (natürlich NICHT die Naht bügeln 🙂 ).
Fold open both parts, lay seam allowances towards the fabric side and stitch down (I think it goes without saying that you do not press the seam at this time 🙂 ).

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Now fold interfacing under the fabric and press along the edge, fusing it to the fabric.. Smooth out the rest of the initerfacing, cut to measure and fuse it to the fabric.

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Das Ergebnis ist eine saubere Belegkante, die mit der Bügeleinlage verstürzt ist und man hat weder auf der rechten noch auf der linken Stoffseite eine sichtbare offene Kante.

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Ich bin im Hawaiihemdenfieber. Ich habe einige wunderschöne Hawaiistöffchen im Lager liegen und nun soll endlich der Prinz mit ein paar neuen Hemden beglückt werden.

I am in a Hawaiian-shirtmaking frenzy. I have some really gorgeous hawaiian fabrics in my stash and DH will get a few new summery shirts – he is very excited and can’t wait.

Was ich bei Hawaiihemden am meisten liebe? Wenn das Muster des Hemds sich in den Taschen wiederholt. Ich kann nicht sagen, warum, aber ich finde einfach dass die Hemden viel edler und hochwertiger aussehen, wenn die Taschen im Muster zugeschnitten sind.

You know what I love most on hawaiian shirts? When the pockets repeat the pattern of the front pieces. I cannot tell you why, but I find that the shirts looks really expensive and well made if the pockets are cut in the pattern.

Je mach Musterrapport braucht man dafür eventuell etwas mehr Stoff, als wenn man nicht auf das Muster achtet, aber die Ausführung ist ganz einfach. Ich zeige euch mal, wie ich das mache.

Depending on the pattern repeats you may need more fabric than when you cut out the pockets any old way, but the execution itself is super easy, I show you how I do it.

Der Trick ist mal wieder die nützliche transparente Malerplane. Ich habe alle meine Schnitte auf dieser transparenten Folie. Alle permanenten Linien und Markierungen sind mit wasserfestem Edding markiert

Once more the trick is to use transparent foil – I copy all my patterns on this material, even the printed ones. All permanenten lines and markings are traced with a waterproof Sharpie pen.

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Auf dem Vorderteilschnitt ist die Position der Tasche eingezeichnet.

The position of the pocket is marked on the front pattern piece.

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Darüber legt man nun das Schnittteil für die Tasche und zwar so, dass die Umbruchkante (= die obere Taschenkante) auf der Linie für die Taschenposition liegt.

Place the pocket pattern piece on top of the front piece so that the fold line aligns with the pocket placement line on the front piece.

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Mit einem wasserlöslichen Edding werden nun markante Musterstellen nachgezeichnet.

Trace significant pattern parts with a water soluble Sharpie pen.

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Das ist das Ergebnis. / This is what you get.

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Nun sucht man auf dem Reststoff das entsprechende Muster und legt den Taschenschnitt passend auf.

Now you look for the same pattern on your remaining fabric and align the pocket piece.

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Taschenschnitt feststecken, ausschneiden und aufnähen. Fertig ist die perfekte „unsichtbare“ Tasche.

Pin pattern piece to fabric, cut and topstitch onto the front piece of the shirt – here’s a perfectly „invisible“ patch pocket.

 

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Zum Schluss noch die wasserlöslichen Markierungen unter fliessendem Wasser abspülen und das Taschenschnittteil ist wieder wie neu und fertig für das nächste Hawaiihemd.

In the end, rinse of the water soluble marks under water and your pocket pattern piece will be clear ready for the next Hawaiin shirt.